Aktuelle Nachrichten zur Entwicklung im Landkreis

Das Rote Kreuz im Landkreis nimmt vorerst keine neuen Bestellungen für Masken über coronagap.de oder die BRK Bestellhotline an.

Die bayerische Staatsregierung hat heute die Einführung einer allgemeinen Maskenpflicht ab dem 27.4.2020 beschlossen. Beim Einkaufen oder Fahrten in Bus oder Bahn ist das Tragen eines entsprechenden Mund-Nase-Schutzes Pflicht. Die Ankündigung hat zu einer noch einmal erhöhten Nachfrage nach Masken beim Roten Kreuz geführt. Bis heute mittag (20.4.2020) liegen dem Kreisverband über 23.000 Bestellungen vor. Davon wurden allein 1.300 Maken am heutigen Vormittag bestellt. Das Rote Kreuz kann diese Mengen nicht mit ehrenamtlichen Strukturen herstellen und verteilen. Das Rote Kreuz wird deshalb am Montag abend 20.00 Uhr die Bestellmöglichkeit über die Webseite coronagap.de und die Hotline des BRK einstellen.
Dazu Jörg Jovy, Pressesprecher des BRK Kreisverbandes:
„Bei einer allgemeinen Maskenpflicht ist es Aufgabe des Staates und gewerblicher Anbieter die Versorgung der Bevölkerung sicher zu stellen.
Ehrenamtliche Strukturen sind nicht in der Lage diese enormen Stückzahlen herzustellen und zu verteilen.“ Für Deutschland wird der Bedarf auf ca. 1,4 Mrd. Masken in den nächsten Wochen geschätzt, für Bayern auf etwa 80 bis 100 Millionen. Für den Landkreis bedeutet dies einen möglichen Bedarf von ca. 500.000 Masken. „Sicher wird dieser enorme Bedarf zumindest Übergangsweise auch nur über die Verwendung von selbst genähten Masken möglich sein.“
Zu den bereits beim Roten Kreuz bestellten Masken erklärt Jovy:
„Bereits bestellte Masken werden wir in den nächsten Wochen ausliefern. Wir bitten alle Besteller um Geduld und versichern, dass wir niemanden vergessen werden. Wenn jemand seinen Bedarf bereits anderweitig decken konnte, würde es uns sehr helfen, wenn die überflüssig gewordene Bestellung bei uns storniert wird. Wir wollen vor allem jenen helfen, die sich nicht ohne weiteres mit Masken versorgen können.“
Auskunft über Bestellungen und Fragen zur Herstellung von Masken im Eigenbau erteilt auch weiterhin die Servicehotline des BRK unter der Rufnummer 08821-94321-224 werktags zwischen 9.00 und 12.00 Uhr. 

Fragen rund um Masken, ihren Sinn und Nutzen sowie die Masken des Roten Kreuzes beantworten wir auch in den FAQs zum Thema Masken hier auf coronagap.de.

Bisher kannte man sie vor allem aus Filmen wie Outbreak, Contagion oder „I am Legend“. Menschen in
signalfarbenen Ganzkörperanzügen, die eher an Astronauten denn an Wissenschaftler oder Ärzte erinnern. In
Zeiten von Corona sind sie fast zum Alltag geworden. Sie kümmern sich in Wuhan, New York oder eben GarmischPartenkirchen um die Versorgung von Patienten, die sich mit dem Coronavirus angesteckt haben. Ihre
Schutzausrüstung sieht nicht ganz so martialisch aus wie in den Filmen, doch sie verbreiten in ihren
Ganzkörperanzügen mit drei Lagen Gummihandschuhen, Atemmasken und Schutzbrillen immer noch ein
mulmiges Gefühl. „Wir können Menschen nur in solche Einsätze schicken, wenn wir sie bestmöglich vor einer
Ansteckung schützen“ sagt Hans Steinbrecher, der die sogenannte CBRNE-Einheit des Roten Kreuzes im Landkreis
Garmisch-Partenkirchen leitet. Das Kürzel steht für Einsätze mit chemischen, biologischen, radiologischen,
nuklearen oder explosiven Stoffen und Materialien. Elf solcher Einheiten gibt es in Bayern, die GarmischPartenkirchener sind für das gesamte Oberland zuständig. Weil glücklicherweise solche Einsätze eher die
Ausnahme sind, kommen die Spezialisten im Umgang mit gefährlichen Stoffen außerhalb von Pandemiezeiten nur
selten zum Einsatz. 2017 etwa, als im Wellenberg in Oberammergau ein Unfall mit Chlorgas für Aufregung sorgte.
Oder 2 Jahre zuvor, als einige Gegendemonstranten des G7-Gipfels von Tränengas gereinigt werden mussten.
Trotz der vergleichsweise wenigen Einsätze müssen die Spezialisten permanent den Umgang mit
Schutzausrüstungen und Hilfsmitteln üben. Damit sie in Krisensituationen einsatzbereit sind. Wie jetzt während
der Coronakrise. „Trotz des Dauerstresses ist die Stimmung gut“, erzählt Steinbrecher. „Alle Helfer sind nach wie
vor mit großem Engagement dabei“. Besser vielleicht sogar als bei den Übungen, die sonst den Alltag bestimmen.
Denn die 12 Mitglieder der Schnelleinsatzgruppe Gefährliche Stoffe und Güter (SEG GSG) wie sie in der
Nomenklatur der Katastrophenschützer offiziell heißen werden überall gebraucht. Als Einsatzkräfte, aber auch als
Anleiter für Rettungsdienstmitarbeiter, die derzeit auch COVID-19-Patineten in die Kliniken fahren.
Seit einem Monat befinden sich durchgehend sechs bis acht Rotkreuz-Retter im Dauereinsatz. Nur zwei Sonntage
gab es bisher Pause. Ansonsten rücken sie täglich aus, um bei Verdachtspersonen zu Hause oder im Drive-In in
Garmisch Abstriche vorzunehmen. Oder bei den bislang drei Massentestungen in Seniorenwohnheimen im
Landkreis. Bisher waren es über 1300 Abstriche, am größten Einsatztag 140 innerhalb eines vormittags.
Immer mit dabei, Hans Steinbrecher und sein Stellvertreter Benedikt Oswald. Steinbrecher ist stolz darauf, dass
sich bislang keiner seiner Helfer selbst mit dem Virus angesteckt hat. „Das zeigt, dass jeder Handgriff sitzt und sich
die vielen Übungen gelohnt haben“. So müssen zum Beispiel mehrere Lagen Gumminhandschuhe übereinander angezogen werden, damit später beim Ausziehen kein möglicherweise kontaminiertes Stück der
Schutzausrüstung mit bloßen Händen angefasst werden muss. Die Gummihandschuhe werden zudem mit
Klebeband mit dem Schutzanzug verklebt,, um dem Virus kein Schlupfloch zu lassen. „Jeder Mann der in den
Einsatz geht, hat einen Helfer, der ihm beim An- und Ausziehen hilft und darauf achtet, dass sich keine
Nachlässigkeit später zu einem Gesundheitsrisiko entwickelt“. Am Ende landet die komplette Schutzausrüstung in
einem eigenen Müllsack der als Sondermüll entsorgt wird. Nur die Brillen werden desinfiziert und wieder
verwendet. Wie lange die Krise noch dauert und damit auch der tägliche Einsatz weiß im Moment niemand. „Ein
paar Wochen werden wir sicher noch ausrücken“, schätzt Steinbrecher. 

Am Dienstag um 19.40 Uhr machte es zum ersten Mal bei Marc Lehman „Pling“. Die erste Bestellung per Mail für eine der selbstgenähten Masken, die das Rote Kreuz zusammen mit 50 freiwilligen Näherinnen zur Zeit herstellt. Seitdem macht es mehrmals in der Minute „Pling“ auf seinem Computer. „Die Leute bestellen rund um die Uhr, nur zwischen 0.00 und 4.00 Uhr morgens tröpfelt es etwas“, erzählt der 35-jährige, der die Maskenproduktion für das Rote Kreuz koordiniert. Auch die Coronahotline des Freiwilligenzentrums Auf geht’s wurde gestürmt. 60 Anrufe wurden allein in der erste Stunde am vergangenen Mittwoch entgegen genommen und erfasst. Bis zum Donnerstag Abend sind beim Roten Kreuz über 2.000 Bestellungen für etwa 15.000 Masken eingegangen. „Die Nachfrage ist so groß, dass wir sie auf Anhieb nicht decken können“, sagt Lehmann. Deshalb erhält nun jeder Haushalt zunächst nur 1 Päckchen mit 3 kostenlosen Masken. „Einige haben 5 und mehr Päckchen mit dann 15 Masken bestellt, das können wir im Moment einfach nicht ausliefern.“ Seit Donnerstag morgen werden die Masken von ehrenamtlichen Rotkreuzhelfern vor die Haustüre gelegt oder in den Briefkasten eingeworfen. In Partenkirchen tragen Daniela Ströter und Tina Trappe für die Bereitschaft die Päckchen aus. „Wir klingeln kurz und sagen Bescheid oder schicken eine SMS“, erzählt Daniela Ströter. Alles, um den notwendigen Abstand einzuhalten. Am Donnerstag Abend informierte das Rote Kreuz mit einem Newsletter alle Besteller über die Verzögerung bei der Auslieferung. „Wir werden versuchen in der kommenden Woche deutlich mehr Masken herzustellen, damit in jedem Haushalt wenigstens ein paar Masken vorrätig sind.“ Erklärt Organisator Lehmann. Auch die Bestellung wurde kurzfristig umgebaut. Ab Samstag können nur noch über die gemeinsame Webseite zur Coronakrise von Landratsamt und Rotem Kreuz www.coronagap.de Masken bestellt werden. Ab Dienstag früh steht werktags zwischen 9.00 und 12.00 für Menschen ohne Onlinezugang eine neue telefonische Hotline unter 08821-94321-224 zur Verfügung, die vom Roten Kreuz eingerichtet wurde. „Die Coronahotline des Freiwilligenzentrums soll auch wieder für andere Aufgaben zur Verfügung stehen“, sagt Lehmann.

Wegen der großen Nachfrage nach Masken hat das Rote Kreuz eine eigene Hotline für Bestellungen von Masken eingerichtet. Masken können werktags immer von 9.00 bis 12.00 Uhr unter der Rufnummer 08821-94321-224 bestellt werden. Oder Online über die gemeinsame Informationsseite von Landratsamt und BRK www.coronagap.de. Dort finden Sie ein Anmeldeformular. Bitte haben Sie Verständnis, dass wegen des Ansturms für jede Anfrage zunächst nur ein Päckchen mit 3 Masken ausliefern können. Die „Coronahotline“ unter der Rufnummer 08821 7810525 des Freiwilligenzentrums „Auf geht`s“ steht weiterhin allen Bürgerinnen und Bürgern werktags von 9.00 bis 12.00 und 13.00 – 16.00 Uhr zur Verfügung. Dort können sich Freiwillige melden, die in der Krise helfen möchten oder Initiativen Hilfsprojekte anmelden, für die sie Unterstützer suchen.“

Kleiderladen nimmt wieder Kleiderspenden entgegen Der Kleiderladen des Roten Kreuzes nimmt ab Dienstag, den 14.4. wieder Kleiderspenden an. Nach telefonischer Vorankündigung unter 08821-94321-23 können Spenden zu vereinbarten Zeiten vor die Tür des Second-Hand-Ladens gestellt werden.

 

Am Sonntag wurde Stephan Sprenger streng. Eineinhalb Stunden Pause verordnete er Astrid Schweiger.
„Mindestens“. Denn seit über zwei Wochen näht die Schneiderin in ihrer kleinen Werkstatt in Partenkirchen nun
Masken für das Rote Kreuz. Von 7.00 Uhr morgens bis spät abends, unterbrochen nur von einer kurzen hastigen
Mittagspause. Am Wochenende konnte der Rotkreuz-Mann nicht mehr zuschauen und verordnete der fleißigen
Näherin eine Zwangspause. Schließlich ist Sprenger im Hauptberuf Ausbilder beim Roten Kreuz, erklärt
Fürhrerscheinneulingen und Mitarbeitern in Unternehmen, wie sie erfolgreich Erste Hilfe leisten können. Im
Moment gibt es keine Kurse, deshalb hilft er bei der Organisation der vielen Freiwilligen im Landkreis, die
zusammen mit dem Roten Kreuz Masken nähen. Und kümmert sich um Astrid Schweiger. Denn zusammen mit
der 53-jährigen hat das Rote Kreuz eine richtige Maskenproduktion aufgebaut. „Wir bestellen die Stoffe
mittlerweile in Dänemark oder Österreich, sind permanent auf der Suche nach Draht und Tüten zum Verpacken.“,
erzählt Marc Lehmann. Der Leiter der Wasserwacht im Landkreis organisiert die Herstellung der Masken
zusammen mit Stephan Sprenger. Alle Näherinnen erhalten vom Roten Kreuz eine Box mit Stoff, Nähgarn und
einer Anleitung zur Herstellung der Masken. Sobald das Material aufgebraucht ist, tauscht ein Fahrer die Box mit
fertigen Masken gegen eine mit Nachschub aus. „Jeder kann in seinem Tempo nähen“, sagt Lehmann, „uns ist
wichtig, dass möglichst viele Näherinnen möglichst lange dabei bleiben, damit wir dauerhaft die Versorgung
sicher stellen können.“ Dabei gibt es viele Probleme zu bewältigen. Ein Stofflieferant, der mehrere hundert Meter
geeigneten Baumwollstoffs bereits zugesagt hatte, konnte doch nicht liefern. Einige Utensilien wie zum Beispiel
Schrägband, sind schlicht ausverkauft. „Ganz Deutschland und die Nachbarländer nähen offensichtlich, es gibt
einen echten Konkurrenzkampf um Material“, berichtet Lehmann. Also muss immer wieder neuer Stoff getestet
werden. Und das heißt: Astrid Schwieger näht ein paar Muster, die werden dann von Rotkreuz-Helferinnen
gewaschen und getrocknet. Wenn das alles funktioniert, wird der Stoff an die derzeit knapp 40 Näherinnen
verteilt. So gibt es nun weisse Masken, karierte, blaue und demnächst wohl auch lachsfarbene. Und manchmal
läuft auch etwas schief. „Am Anfang“, so Lehmann, „wollten wir die fertigen Masken von Profis mit
Desinfektionswaschmitteln waschen und anschließend maschinell trocknen lassen.“ Das Ergebnis war
ernüchternd. Statt einzelner Baumwollmasken zogen die Helfer einen nassen Klumpen völlig verknoteter Masken
aus der Maschine. Helferinnen mussten diese anschließend mühsam entwirren. Nun wird in den Räumen der BRK
Bereitschaft Partenkirchen jede fertige Maske ausgekocht und anschließend auf einer Wäscheleine getrocknet.

Die Helferinnen tragen bei der Arbeit Handschuhe und Schutzmasken. Nach dem Trocknen werden jeweils drei
Masken in eine Tüte mit Sicherheitsverschluss verpackt. Die letzte große Herausforderung ist nun die Verteilung.
Ab Donnerstag werden Helfer der Rotkreuz-Gemeinschaften in allen Landkreisorten die Masken vor Ort verteilen.
„Einige hundert sind schon vorbestellt“, sagt Lehmann. Wer eine Maske braucht, kann sie beim
Freiwilligenzentrum Auf geht’s online unter www.aufgehts-gap.de oder telefonisch unter der Corona-Hotline
08821 7810525 bestellen. Die Masken werden kostenlos abgegeben, jeder Haushalt kann bis zu fünf
Päckchen erhalten. „Die Masken sind auskochbar und damit oft wiederzuverwenden“, erklärt Marc
Lehmann. „Wenn eine Maske durchfeuchtet ist, einfach die nächste Maske aus dem Beutel verwenden
und die alte 5 Minuten in kochendes Wasser werfen.“ Jedem Beutel liegt eine ausführliche
Bedienungsanleitung bei, in der das Rote Kreuz auch darauf hinweiset, dass die selbstgenähten Masken
nicht zertifiziert sind. Aber „Eine Maske ist besser als keine“, sagt Landrat Anton Speer, der am Dienstag
die ersten selbstgenähten Masken von BRK Kreisgeschäftsführer Klemens Reindl erhalten hat. „ Wir können im Moment jeden Tag 500 Masken herstellen, waschen und verteilen“, sagt Reindl, das ist eine logistische Herausforderung wie wir sie bisher noch nicht hatten. Reindl ist stolz auf seine Mitarbeiter
und die Ehrenamtlichen, die das Projekt innerhalb weniger Tage auf die Beine gestellt haben. „Aber ohne die vielen freiwilligen Näherinnen, wären wir nicht in der Lage, das zu leisten.“ Mindestens drei Wochen soll die Produktion nun laufen“. Drei Wochen, in denen Rotkreuz-Retter Stephan Sprenger wohl noch
öfters Astrid Schweiger in die Pause schicken muss.

So bekommen Sie eine Maske.

Füllen Sie hier auf coronagap.de das Formular zur Bestellung von Masken aus.

Bitte unbedingt einen Ablageort angeben, damit die Helfer des Roten Kreuzes die
Masken auch liefern können, wenn Sie nicht zu Hause sind. Sie erhalten eine kurze Nachricht, wenn die
Masken verteilt wurden. Über das Formular können Sie auch nachbestellen.

Telefonisch können Sie Ihre Bestellung am Corona-Telefon des Roten Kreuzes unter der Rufnummer 08821-94321-224 Mo. bis Fr. von 9.00 bis 12.00 Uhr aufgeben.

Achtung: Wegen der sehr großen Nachfrage kann es im Moment zu erheblichen Lieferberzögerungen von einigen Tagen bis hin zu zwei Wochen kommen. Da ab dem 20. April mit den teilweisen Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen in Deutschland ein Maskengebot gilt, empfehlen wir Ihnen bei dringendem Bedarf Masken auch im Internet oder im Einzelhandel zu erwerben. Hinweise zu den sogenannten „Community-Masken“ finden Sie hier auf coronagap.de

Institutionen und Organisationen, die größere Mengen benötigen können sich direkt an das Rote Kreuz unter der
Mailadresse maske@brk-gap.de wenden.

Das Coronavirus ändert den Berufsalltag für viele, auch für die Mitarbeiter im Rettungsdienst. Während der
Einsatzalltag etwas ruhiger wird, weil weniger Menschen unterwegs sind und sich damit auch weniger Unfälle auf
unserer Straße ereignen, steigen die Herausforderungen an anderer Stelle. Etwa zehn sogenannte „Infektfahrten“
transportiert der Rettungsdienst im Moment jeden Tag. Früher eher die Ausnahme, bei Patienten zum Beispiel
mit Verdacht auf Tuberkulose, sind sie heute Rettungsalltag. Als Folge des sich ausbreitenden Coronavirus. Und
fordern die Putzfrau und den Putzmann in jedem Retter. Denn nach einer Fahrt mit einem COVID-19-Patienten
oder einem Verdachtsfall, muss der ganze Rettungs- oder Krankenwagen sorgfältig geputzt und gereinigt werden.
Weil das Coronavirus nach der Biostoff-Verordnung (BioStoffV) in die Risikoklasse 3 eingeordnet wurde, sind die
Anforderungen bereits besonders hoch. Zu dieser Risikogruppe gehören neben dem Coronavirus zum Beispiel
auch die Erreger des Dengue-Fiebers oder des Gelbfiebers, das Hantavirus oder Hepatitis-C. Deshalb legen die
Retter des Roten Kreuzes entsprechende Schutzkleidung aus Handschuhen , Haube, Schutzbrille, Mundschutz und
Schutzkittel an. Zur Reinigung verwenden sie spezielle Desinfektionstücher, mit dem das Wageninnere, Trage und
Transportstuhl sorgfältig abgewischt werden müssen. Das regelt die „TRBA250“ genannte „Vorschrift zum
Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen im Gesundheitswesen“. Die Schutzkleidung wird danach entsorgt.
Allerdings sucht das Rote Kreuz im Landkreis gerade nach Möglichkeiten sie wieder aufzubereiten. „Wir gehen
davon aus, dass uns das Coronavirus noch einige Zeit begleiten wird, deshalb müssen wir vorausschauend planen
um unserem Personal immer geeignete Schutzausrüstung zur Verfügung stellen zu können“, sagt Hans
Steinbrecher, Leiter des BRK Rettungsdienstes im Landkreis. An diesem Wochenende gab es für die Kollegen
besonders viel zu tun. Da wurden 20 Bewohner eines Seniorenheimes in Murnau nach Oberammergau verlegt.
„Wir haben zur Vorsicht bereits ein eigenes Fahrzeug für Infektfahrten abgestellt“, sagt Steinbrecher, „aber auch
das wird nach jeder Fahrt gereinigt und desinfiziert. Denn „Putzen“, so Steinbrecher, „rettet Leben“.

Der vom Gesundheitsamt veranlasste Test zeigt: Keiner der Bewohner und Pflegekräfte des alma Senioren-Domizils „In den Isarauen“ ist mit dem Coronavirus infiziert.

 In der Coronakrise wird Seniorenheime eine ganz besondere Aufmerksamkeit geschenkt, da es sich bei den älteren Bewohnern und Bewohnerinnen um eine besonders verletzliche Gruppe handelt: ihr Risiko für einen schweren, auch tödlichen Verlauf ist hoch. Deshalb wurde Ende der vergangenen Woche eine umfangreiche Testung bei den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Pflegekräften des alma Senioren- Domizils „In den Isarauen“ in Mittenwald vom Gesundheitsamt Garmisch-Partenkirchen veranlasst.

Durchgeführt wurde die umfangreiche Testung als Schwerpunktaktion durch Kräfte des BRK. Nach dem Wochenende liegen nun die erfreulichen Ergebnisse dieser Coronavirus-Testaktion vor: keiner der Bewohnerinnen und Bewohner sowie Pflegekräfte ist mit dem Coronavirus infiziert! Das Gesamtergebnis zeigt, dass die vom alma Senioren-Domizil „In den Isarauen“ getroffenen Schutzmaßnahmen greifen und der Betrieb in der Einrichtung regulär weitergeführt werden kann.

Besonders hervorzuheben ist die gute Zusammenarbeit mit der Pflegedienstleitung, die sehr gut auf die Gefahren durch das neue Coronavirus vorbereit ist.

 

Quelle: Landratsamt Garmisch-Partenkirchen

Vor einer Woche wurde der Werner S.* an den Augen operiert. Seit Montag ist er wieder zu Hause. Seine Überraschung war groß, als ihn am Freitag die Augenklinik aus Freiburg anrief. Noch größer war sie, als er erfuhr, dass er während seines Aufenthaltes dort Kontakt mit einem mit dem Coronavirus infizierten Patienten hatte und deshalb nun in Quarantäne muss. „Ich bin aus allen Wolken gefallen“ erzählt er. Und mit einem Schlag wurden vermeintlich einfache Dinge zum Problem. Für seine Augen braucht er ständig Medikamente wie Cortisontropfen. „Und schließlich muss ich ja auch von irgendetwas leben.“ Seine Wohnung darf der alleinstehende Mann nicht mehr verlassen, eine Nachbarin hat Angst vor einem Kontakt. Also kontaktierte Werner S. das Landratsamt und bat um Hilfe. Und damit ist er der Erste im Landkreis, der den gemeinsamen Einkaufsservice der Gemeinden und des BRK im Landkreis in Anspruch nimmt. Noch am Freitag kontaktierte der Leiter der Bereitschaft Garmisch, Andreas Kumeth eine Apotheke vor Ort, um die Medikamente für den 52-jährigen zu besorgen. Erstes Problem: Die Medikamente, die Werner S. benötigt sind verschreibungspflichtig. Dazu müsste er aber zum Arzt. Nun wird er das Rezept per Post bekommen und am Montag seine Medikamente. Zweites Problem: Werner S. hätte gerne  eine bestimmte Nudelsorte gehabt. Die aber war ausverkauft. „So wie das ganze Nudelregal ziemlich leer geräumt war“, sagt Andreas Kumeth. Immerhin: Gemüse, Steaks und etwas Aufschnitt und Brot waren kein Problem.  Nach einer Stunde konnte der 31-jährige, der für den ersten Lieferauftrag noch schnell einen Bestellzettel entworfen hatte,  die beiden Schachteln mit allen Bestellungen vor die Haustür von Werner S. stellen. Per Telefon informierte er ihn über die erfolgreiche Lieferung. 
„Das war der erste Testlauf“, sagt Michael Debertin, der für das Rote Kreuz den Einkaufsservice organisiert. Ab Montag soll der Service im Isartal starten. „Dann funktioniert das Ganze bereits anders“, sagt der Leiter der BRK Bereitschaften im Landkreis.  Die Gemeinden nehmen die Bestellungen auf und kümmern sich auch um die Abwicklung der Zahlung zwischen den Kunden und den teilnehmenden Supermärkten. „Wir holen die fertig gepackten Lieferungen dann ab und bringen Sie zu ihren Empfängern.“ In Anspruch nehmen kann den Dienst jeder, der wegen einer möglichen Corona-Infektion in Quarantäne ist oder wegen einer Beeinträchtigung (Krankheit, Behinderung, etc) nicht selbst einkaufen gehen kann.  Debertin:“Natürlich hoffen wir auf Nachbarschaftshilfe und setzen auch auf die Lieferdienste der Supermärkte. Jeder Bürger im Landkreis kann jedoch sicher sein, dass er weder verhungern muss, noch lebenswichtige Medikamente nicht bekommt.“  

Am kommenden Dienstag wollen Landratsamt und BRK eine Liste mit den Ansprechpartnern in den Landkreisgemeinden und den Märkten mit eigenem Lieferservice veröffentlichen.  

Am 18. Mrz. 2020 testet das Rote Kreuz erstmals Bürgerinnen und Bürger im Landkreis einen sogenannten „Drive-In“ auf eine mögliche Infektion mit dem Coronavirus. Die Betroffenen waren vom Gesundheitsamt gebeten worden, dort den Abstrich vorzunehmen. Sie können einfach mit dem Auto vorfahren und selbst den Abstrich vornehmen. Dabei werden sie von Ehrenamtlichen der CBRNE Einheit betreut. Am ersten Tag waren vier Mitglieder dieser Spezialeinheit im Einsatz. Die Leitung hatte Benedikt Oswald.  Am ersten Tag wurden knapp 20 Personen getestet, bei denen der Verdacht auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 besteht. Angeordnet wurden die Untersuchungen vom Gesundheitsamt, das auch die für die Untersuchungen notwendigen Teströhrchen zur Verfügung stellt. In den nächsten Tagen sollen weitere „Drive-Ins“ zum Beispiel in Mittenwald eingerichtet werden. 

BACK TO TOP