Der beste Schutz ist Distanz zu möglicherweise infizierten Personen. Da wir von einer sehr hohen Dunkelziffer ausgehen müssen, birgt potentiell jeder Kontakt das Risiko sich anzustecken. Deshalb gelten derzeit weitreichende Ausgangsbeschränkungen und das Gebot mindestens 1,5 m Abstand in der Öffentlichkeit zu halten. Gleich wichtig ist ein deutlich höhere Hygiene, insbesondere regelmäßiges gründliches Händewaschen.

Hier die wichtigsten Tipps in Kürze:

Händewaschen: Hände gründlich (mindestens 20 Sekunden) mit warmen Wasser und Seife wachen. Handzwischenräume und Fingernägel ebenfalls bewusst reinigen. Händewaschen möglichst oft wiederholen.

Abstand halten: Im öffentlichen Raum und zu Personen in Quarantäne mindestens 1,5 m Abstand halten

Hustenetikette beachten: Husten und Niesen möglichst nur in die Ellenbeuge um eine Kontamination der Hände zu vermeiden und damit eine Übertragung auf Türgriffe, Handläufe, Displays und und und…. .

Nicht ins Gesicht fassen: Das Corona-Virus setzt sich zunächst im hinteren Rachenbereich fest. Deshalb sollte man unbedingt vermeiden, sich an Nase oder Mund zu fassen. Eine Übertragung ist auch durch Augenreiben möglich. Allerdings fassen wir uns intuitiv, also meist unbemerkt sehr häufig ins Gesicht. Deshalb muss man sich hier bewusst kontrollieren.

Atemschutzmasken (MNS) und Handschuhe werden von Experten nur eingeschränkt empfohlen. Grundsätzlich befürchten Sie, dass sich viele Menschen in einer trügerischen Sicherheit wiegen, wenn Sie sich mit derartiger „Schutzausrüstung“ unter die Leute wagen. Die oft auch  als Mund-Nase-Schutz (MNS) bezeichneten Atemmasken müssen sehr oft gewechselt werden, um annähernd Schutz zu bieten. Wichtig ist es, wenn bereits Infizierte die Maske tragen, wenn Sie die Quarantäne verlassen müssen.

Selbstgenähte Masken aus Baumwollstoff ersetzen gerade für medizinisches Personal nicht die zertifizierten Schutzmasken. Trotzdem stellen Sie einen besseren Schutz dar, als gar keinen Schutz. Dies gilt insbesondere auch für alle Privatpersonen, die keine Schutzmasken zur Verfügung haben. Das BRK fertigt in Zusammenarbeit mit Freiwilligen Schutzmasken gerade Schutzmasken an. Die Stadt Essen hat eine verwendungsfähige Bauanleitung ins Netz gestellt. Auf der neuen Webseite maskeauf.de werben Prominente wie Lena Meyer-Landrut oder Jan Böhmermann für das Tragen von Masken im Alltag und zeigen auch wie es funktioniert, sich aus einem T-Shirt oder Staubsaugerbeutel eine Maske herzustellen.

Handschuhe ersetzen in keinem Fall das Händewaschen. Medizinisches Personal zieht zwei oder sogar drei Handschuhe übereinander um einen Kontakt mit Viren wirklich auszuschließen. Dabei muss das richtige Ausziehen der handschuhe gelernt werden.

Über Hausmittel wie Sauna oder Inhalieren kursieren viele verschiedene Meinungen, darunter auch Expertenmeinungen. Die Tatsache, dass auch das Coronavirus empfindlich auf Wärme reagiert heißt noch nicht, dass man mit Hitze alleine das Virus bekämpft. Von Saungängen raten Experten ab, wenn man nicht alleine in der Sauna sitzt. Inhalationen helfen die Symptome wie Husten, Halsschmerzen und möglicherweise Schnupfen zu lindern. Einige Ärzte befürchten jedoch, dass sich durch das Inhalieren Viren erst richtig in der Lunge verteilen.

Derzeit werden verschiedene Medikamente klinisch erprobt. Sehr oft handelt es sich dabei um Wirkstoffe, die gegen andere Krankheiten entwickelt wurden wie HIV, Ebola oder SARS (ebenfalls von einem Coronavirus verursacht). Da es derzeit keine bereits zugelassenen Medikamente gibt, stehen Behandlungen im Moment noch nicht allgemein zur Verfügung. Zugang zu soclhen Medikamenten erhält man nur, wenn man Teil eine Medikamentenstudie wird. Dabei ist jedoch nicht sicher, ob amn den Wirkstoff erhält oder ein wirkungsloses Placebo. Solche placebokontrollierten Studien sind aber wichtig, um Aussagen über die tatsächliche Wirksamkeit eines Medikamentes treffen zu können. Viele Ärzte und Betroffene halten es jedoch für unethisch, wenn möglicherweise wirksame Medikamente todkranken Patienten vorenthalten werden. Deshalb stehen die Hersteller solcher Präparate und im Moment natürlich ganz besonders die Hersteller von Wirkstoffen gegen das Coronavirus unter erheblichem Druck. Trotzdem gibt es für die Firmen nur eingeschränkte Handlungsmöglichkeiten.
Zu den derzeit in der Erprobung befindlichen Wirkstoffen zählen:


Remdesivir: Der Wirkstoff wurde gegen Ebola entwickelt, erwies sich dort aber nur als wenig wirksam. Anders bei der Behandlung von MERS (ebenfalls eine von einem Coronoavirus verursachte schwere Lungenerkrankung). Das Medikament befindet sich in der Erprobung im Rahmen mehrerer Studien. Der Hersteller Gilead hat Remdesivir auch außerhalb von Studien in dringenden Fällen zur Verfügung gestellt. Wegen der hohen Nachfrage kommt das Unternehmen mit der Beantwortung nicht nach und hat entschieden vorerst keine neuen Anfragen zu beantworten. Ausnahmen werden nur noch für schwerkranke Kinder unter 18 Jahren und schwangere Frauen gemacht. Mehr Infos finden Sie auf der Webseite von Gilead. Remdesivir wird u.a. auch im Rahmen einer großen Studie an der München Klinik Schwabing erprobt.

Lopinavir / Ritonavir: Dabei handelt es sich um ein Kombinationspräparat gegen das HIV-Virus des US-Biotech- und Pharmaunternehmens AbbVie. Auch dieser Hersteller hat mit Forschungseinrichtungen und Gesundheitsbehörden Studien zur Erprobung in China gestartet. Mehr Informationen finden Sie auf der englischsprachigen Seite des Unternehmens. Dort steht in Kurzform, dass man sich darum bemüht mit nationalen Gesundheitsbehörden Regelungen für ein schnelles Inverkehrbringen zu finden.

Favilavir: Wirkstoff gegen die Grippe, der derzeit nur in China erprobt wird und dort eine auf 5 Jahre beschränkte Zulassung zur Behandlung von COVID-19 erhalten hat. Möglicherweise werden Pillen in Deutschland auf dem Schwarzmarkt angeboten. Von einem Kauf wird abgeraten, da nicht sicher ist, ob und in welcher Dosierung die Medikamente den Wirkstoff enthalten.

Chloroquin: Dabei handelt es sich um einen in Deutschland 1934 entwickelten Wirkstoff gegen Malaria, der unter dem Handelsnamen Resochin lange als Medikament der Wahl zur Behndlung einer Malariainfektion galt. 2019 stellte Bayer den Vertrieb ein. Nachdem sich jedoch in Pakistan eine Wirksamkeit von Chloroquin bei COVID-19 zeigte, ist das Präparat wieder in den Mittelpunkt des Interesses geraten. Französische und und deutsche Mediziner behandeln derzeit im Rahmen von Studien COVID-19 Patienten mit dem Medikament. Für den Fall eines Erfolgs hat die Bundesregierung größere Mengen beim Chemiekonzern Bayer reserviert. Der derzeit sehr häufig zitierte Virologe an der Berliner Charité Prof. Christian Drosten hat sich kritisch zu einer möglichen Wirksamkeit von Chloroquin und einer entsprechenden Studie in Frankreich geäußert.

„Ich möchte nicht sagen, Chloroquin wirkt nicht. Aber so, wie diese Studie gemacht wurde, sind wir kein Stück schlauer.“

 

 

Derzeit ist noch kein Impfstoff verfügbar. Weltweit konkurrieren mehrere Unternehmen im Rennen um das erste verfügbare Präparat, darunter auch das Tübinger Unternehmen CureVac, dass US-Präsident Donald Trump zu einer exklusiven  Belieferung der USA  überreden wollte. Die WHO berichtet derzeit von 44 Projekten zur Entwicklung eines Impfstoffens. In den USA und China haben bereits erste Tests begonnen. Weitere Unternehmen wollen mit Erprobungen  im April und den Folgemonaten starten. Darunter auch CureVac. Wann ein wirksamer Impfstoff in Mengen verfügbar sein wird ist eine der am häufigsten gestellten Fragen an Experten. Sie gehen von nennenswert verfügbaren Mengen frühestens im Herbst, eher zu Beginn des kommenden Jahres aus.

Update am 23.4.2020. Heute hat das zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI)  erstmals einen Impfstoff für klinische Studien in Deutschland zugelassen. Die Tests finden an 200 gesunden Freiwilligen statt und sollen Auskunft über die Verträglichkeit des gentechnisch hergestellten Impfstoffes geben. Weitere drei Studien sollen in diesem Jahr noch starten. Mit der Zulassung eines Impfstoffes in 2020 rechnet das PEI nicht.

Ob an sich gegen eine Krankheit impfen lässt oder nicht, ist immer das Ergebnis einer sehr persönlichen Abwägung. Einige Experten empfehlen im Moment eine Grippeschutzimpfung, da – häufig vergessen – auch das Influenzavirus im Moment seine Krise zieht. Für die Woche vom 9. bis 16. März wurden immerhin 17.241 Infektionen in Deutschland labordiagnostisch bestätigt. Die Diagnose einer Coronainfektion kann bei entsprechenden Symptomen auch ohne Test sicherer gestellt werden, wenn eine Grippe aufgrund einer Schutzimpfung ausgeschlossen werden kann. Zudem wird der Körper nicht durch zwei aggressive Feinde bedroht.
Nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel wegen Kontakt zu einem mit dem Coronavirus infizierten Person in Quarantäne ging, wurde sie unmittelbar gegen eine Pneumokokken-Infektion geimpft. Ziel ist es, mögliche schwere Komplikationen durch eine sogenannte Superinfektion mit den Bakterien zu verhindern. Pneumokokken verursachen gerade für die Risikogruppen gefährliche Lungenentzündungen, die letztlich maßgeblich für die hohe Todesrate bei schwer an COVID-19 erkrankten Personen verantwortlich sind.

Da bereits viele Menschen in Deutschland von der Schutzimpfung gegen Pneumokokken Gebrauch gemacht haben, sind die verfügbaren Präparate derzeit knapp und zum Teil nicht verfügbar. Das zuständieg Paul-Ehrlich-Institut meldet sie als begrenzt verfügbar. Das Institut empfiehlt deshalb, dass die Impfung derzeit nur an Personen über 70 Jahren Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen und Patienten mit Immundefizienz abgegeben werden soll.

Seit Beginn der Krise wies das zuständige Robert-Koch-Institut mehrere Regionen als soegannte Risikogebiete aus. Dazu gehörten z.B. die Provinz Hubei mit der Hauptstadt Wuhan in China, mehere Regionen in Norditalien und einge Gebiete in Österreich sowie der Ort Heinsberg in Nordrhein-Wetsfalen. Wer sich in einem dieser Risikogebiete aufgehalten hatte, sollte sich möglichst in heimische Quarantäne begeben. Zeigte er Symptome von COVID-19 oder stellte sich heraus, dass er im Risikogebiet Kontakt zu Infizierten hatte, wurde die Quarantäne vom Gesundheitsamt angeordnet.

In der Sendung „Jetzt red I“ des Bayerischen Fernsehens am 18.3. hat der Virologe Alexander Kekulé Bayern ebenfalls als Risikogebiet bezeichnet. Der rasante Anstieg der bestätigten Infektionszahlen gerade auch in Bayern lässt eine andere Einordnung kaum zu.

Da das Risiko einer Ansteckung mittlerweile fast allgenenwärtig ist, hat die bayerische Staatsregierung eine weitreichende Ausgangsbeschränkung erlassen. In der Begründung wird explizit darauf hingeweisen, dass das zuständige Robert-Koch-Institut das Ansteckungsrisiko für ganz Deutschland auf „hoch“ gesetzt hat. Damit muss Bayern und auch der Landkreis als Risikogebiet gelten, ohne so formal eingestuft worden zu sein.

Seit dem 10.4. weist das Robert-Koch-Institut keine internationalen Risikogebiete oder besonders betroffenen Gebiete in Deutschland mehr aus. Das Übertragunsgrisiko wird weltweit und auch in Deutschland als hoch eingeschätzt, sodass eine Differenzierung keinen Sinn mehr macht. Rückkehrer aus dem Ausland sollen trotzdem möglichst 14 Tage zu Hause bleiben. Anordnungen, die sich noch auf die Risikogebiete beziehen, wie Pflicht zur Testung oder Verhängung einer Quarantäne, sollen von den Ländern und Kommunen nun angepasst werden.

Unter den  medizinischen Informationen finden Sie eine Tabelle mit den wichtigsten Unterscheidungsmerkmalen zwischen einer Grippe, COVID-19 und anderen Erkältungskrankheiten. Die typischen Anzeichen für eine Erkrankung an COVID-19 bzw. eine Infektion mit dem Corona-Virus sind Fieber und ein trockener Husten. Bei einem trockenem Husten wird kein Schleim gebildet, Mediziner nennen ihn deshalb in ihrem Fachjargon auch „unproduktiver Husten“. Schnupfen und Halsschmerzen können auftreten sind aber eher selten. Bei Verdacht auf eine Erkrankung sollten Sie telefonisch Ihren Hausarzt informieren und mit ihm die weitere Behandlung absprechen. Bei Atemnot, Kurzatmigkeit und hohem Fieber können Sie auch den Notruf 112 alarmieren. GebenSie unbedingt in der Leitstelle an, dass Sie typische Anzeichen für eine Erkrankung mit COVID-19 zeigen (Beschreibung Ihrer Symptome), damit sich der Rettungsdienst und Notarzt auf die Situation einstellen können.

 

In etwa 80% aller Fälle verläuft eine Infektion mit dem Corona-Virus milde bis moderat. Sie zeigen entweder gar keine Symptome oder haben wenige Tage Fieber und leiden unter Husten. Wichtig: Es entsteht keine akute Atemnot. Etwa 14% aller Fälle verlaufen dagegen schwer, d.h. die sogenannte Sauerstoffsättigung im Blut sinkt unter 94%. Die Symptome beginnen typischerweise 7 bis 10 Tage nach der Infektion. 5% der Betroffenen werden in der Folge intensivmedizinisch behandelt. Etwa die Hälfte muss beatmet werden. Die Sterblichkeitsrate liegt in Deutschlnd derzeit bei ca. 09 % der Betroffenen. 88% der Verstorbenen sind älter als 70 Jahre.

Patienten mit einem schweren Verlauf werden in aller Regel stationär behandelt und erhalten Sauerstoff. Sechs Prozent aller Fälle verlaufen nach aktueller Einschätzung des Robert-Koch-Instituts kritisch bis lebensbedrohlich. Betroffene Patienten müssen künstlich beatmet werden und es droht ein Lungenversagen mit einem septischen Schock, insbesondere aufgrund einer Superinfektion mit anderen Keimen (Pneumokokken). Von diesen Patienten versterben im Moment etwa die Hälfte. Ein kritischer Verlauf kann nach derzeitiger Kenntnislage wahrscheinlich vermieden werden, wenn die Erkrankung frühzeitig festgestellt wurde. Deshalb versucht man insbesondere Kontaktpersonen von Infizierten schnellstmöglich zu identifizieren und ebenfalls zu testen.

Weitere Informationen zum Krankheitsverlauf von COVID-19  finden Sie auf der Webseite des RKI.

Weiterführendes Dokument:
Hinweise zu Erkennung, Diagnostik und Therapie von Patienten mit COVID-19

Experten davon aus, dass vor allem ältere Menschen zur Risikogruppe gehören. Grund dafür ist das mit zunehmenden Alter schwächer werdende Immunsystem. Dies würde auch die überdurchschnittlich hohe Sterberate in Italien ein Stück weit erklären, da das Durchschnittsalter im europäischen Vergleich dort am höchsten ist.

Das Risiko steigt ab dem 50. Lebensjahr an. Nachdem erste Studien insbesondere aus China vorliegen, korrigiert sich allerdings das Bild gerade. So hat das RKI in einem epidemiologischen Bulletin am 27.3. 2020 folgendes Fazit gezogen:

„Die bisherigen Ergebnisse weisen auf einen deutlich höheren Anteil beatmungspflichtiger  COVID-19-Patienten hin, die im Vergleich zu saisonalen Grippewellen eher jünger sein können, sehr viel länger beatmet werden müssen und nicht unbedingt an Grunderkrankungen leiden.
Die Krankenhäuser in Deutschland sind dringend aufgefordert, sich dahingehend vorzubereiten.“ nCoV_Lagebericht_RKI_2020-03-21

Trotzdem müssen wir davon ausgehen,  dass verschiedene Grunderkrankungen wie Herzkreislauferkrankungen, Diabetes oder Erkrankungen des Atmungssystems (z.B. COPD) sowie Erkrankungen von Leber, Niere oder eine Krebserkrankung die Wahrscheinlichkeit für einen schweren Krankheitsverlauf wohl erhöhen. Mehr Informationen über mögliche Risikogruppen finden Sie auf der Webseite des RKI.

Im Netz kursieren alle möglichen Gerüchte über das Risiko an COVID-19 schwer zu erkranken, wenn Sie bestimmte Medikamente für chronisch Kranke wie zum Beispiel ACE-Hemmer einnehmen. Setzen Sie bitte Ihre Medikamente nur nach Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt ab. Für Laien ist eine Risikobewertung oft sehr schwierig und undurchsichtig. Etwa wenn wie im Fall Ibuprofen Medizinier und Regierung warnen, gleichzeitig die WHO aber Ihre Warnung zurücknimmt.

Die üblichen Notrufwege funktionieren unverändert und stehen allen Betroffenen uneingeschränkt offen. Bitte teilen Sie bei einem Anruf unter der Notruf-Nummer 112 oder dem Bereitschaftstelefon der Kassenärzte 116117 unbedingt mit, wenn Sie den Verdacht haben, sich mit COVID-19 angesteckt zu haben oder bereits Symptome zu haben.

Im Klinikum Garmisch-Partenkirchen wurden aufgrund der Corona-Krise einige Änderungen eingeführt, die jedoch keine Einschränkungne in der medizinischen Betreuung bedeuten. Das Klinikum ist für alle Notfallpatienten uneingeschränkt verfügbar. Sprechstunden in den Fachabteilungen finden soweit möglich telefonisch statt. Termine werden wenn nötig individuell vereinbart. Ein Besuch von Angehörigen im Klinikum ist derzeit nur in Ausnahmefällen möglich. Diese sind:

  • -Sie sind Elterneti eines erkrankten Kindes
  • Sie werden Vater
  • Sie wollen einen sterbenden Angehörigen besuchen.

In allen anderen Fällen ist ein Besuch derzeit leider nicht möglich. Der Zugang zum Klinikum ist derzeit ausschließlich über den Haupteingang möglich. Besucher werden dort auf eine mögliche Infektion mit dem Corona-Virus untersucht.

 

 

Das Coronavirus befällt bevorzugt Zellen in der Lunge. Dies führt zu mehr oder weniger schweren Atemprobleme. Bei einem schweren Verlauf nimmt die Sauerstoffsättigung im Blut ab, es kommt zu einer Flüssigkeitsansammlung in der Lunge und einem Anstieg an Immunzellen im Lungegewebe. Diese unkontrollierte Immunantwort verursacht Entzündungen in der Lunge und den Atemwegen. In der Folge können die Symptome noch durch eine sogenannte Superinfektion mit Bakterien (Pneumokokken) verstärkt werden. Am Ende droht eine Sepsis und ein Versagen aller Organe (Multiorganversagen). Da eine causale Therapie mit Medikamenten nicht zur Verfügung steht, versuchen die Ärzte die Atemfunktion aufrecht zu erhalten um die lebenswichtige Versorgung des Körpers mit Sauerstoff sicherzustellen. Eine wesentliche intensivmedizinische Maßnahme ist deshalb die Versorgung der Betroffenen mit Sauerstoff. Bei sehr schweren Verläufen kann es z.B. notwendig sein, den Patienten maschinell zu beatmen. Um eine gleichmäßige Versorgung aller Lungenteile mit Sauerstoff sicher zu stellen, werden die Patienten auf dem Bauch gelagert. Die Bauchlagerung führt zu einer deutlichen Verbesserung der Überlebenschancen. Begleitet werden diese Maßnahmen möglicherweise durch eine befristete Gabe von Antibiotika um eine Superinfektion wirkungsvoll zu bekämpfen. Eine präventive Antibiotikaabgabe wird nicht empfohlen.

Die Behandlung von Patienten, die unter akutem Lungenversagen leiden (ARDS), ist eine medizinische Herausforderung. Die einzelnen Maßnahmen richten sich vor allem nach der Art der Komplikationen. Dabei können Maßnahmen, die eben noch als falsch galten, plötzlich doch angemessen oder sogar geboten sein. Grundlage für die Entscheidungen des Arztes ist eine intensive Überwachung des Patienten, bei dem viele Parameter berücksichtigt werden müssen. Diese Unsicherheit und die Schwere der Eingriffe, macht die intensivmedizinische Behandlung eines Patienten mit einem schweren Verlauf von COVID-19 auch für Angehörige schwer erträglich.
In schwerst betroffenen Ländern wie Italien, Spanien und nun auch den USA, stehen Mediziner. Pflegepersonal und Angehörige  vor der schweren Herausforderung, die Erfolgsaussichten der Therapie für jeden Patienten einzeln immer wieder neu entscheiden zu müssen. Diese Entscheidung ist umso schwerer, wenn nicht ausreichend intensivmedizinische Behandlungsplätze zur Verfügung stehen. Dann müssen Mediziner abwägen, ob ein Beatmungsplatz nicht evtl. für einen anderen Patienten zur Verfügung gestellt werden sollte. In diesem Fall würde der Patient jedoch palliativ-medizinisch begleitet. Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin lesen Sie hier. Am 25.3.2020 haben mehrer medizinische Fachgesellschaften ihre gemeinsamen Klinisch-ethischen Empfehlungen für Entscheidungen über die Zuteilung von Ressourcen in der Notfall-und der Intensivmedizin im Kontext der COVID-19-Pandemie

Weiterführende Links:
Hinweise zur Erkennung, Diagnostik und Therapie von Patienten mit COVID-19.
Empfehlungen zur intensivmedizinischen Therapie von Patienten mit COVID-19

 

Viele mit SARS-CoV-2 infizierte Personen berichten, dass sie nichts mehr riechen, auch wenn sie sonst keine Symptome von COVID-19 zeigen. Nach Berichten aus Korea leiden 30% der Virusträge unter einer sogenannten Anosmie, ähnliche Nachrichten gibt es aus Italien und China.  Auch zwei Drittel der Erkrankten aus der Karnevalshochburg Heinsberg haben bei einer Befragung erzählt, mehrere Tage ihren Geruchssinn verloren zu haben. Da Experten davon ausgehen, dass es eine hohe Dunkelziffer von Betroffenen gibt, die symptomlos bleiben und nicht erkannt werden, trotzdem aber Dritte anstecken können, wird diskutiert, ob Personen, die plötzlich nichts mehr riechen nicht auch in Quarantäne gehen sollten.

In diesem Zusammenhang wichtig: Der plötzliche Verlust des Gerichssinns sollte als Hinweis auf eine mögliche Infektion mit dem Coronavirus beachtet werden. Umgekehrt bedeutet jedoch die Tatsache, dass man noch etwas riecht nicht, dass man sich nicht angesteckt hat.

Wenn bei Ihnen eine Infektion mit SARS-CoV-2 festgestellt wurde, dann stehen Sie ab diesem Zeitpunkt unter häuslicher Quarantäne, auch wenn Sie keine Symptome zeigen.  Möglicherweise haben Sie schon zuvor eine entsprechenden Bescheid des zuständigen Gesundheitsamtes erhalten. Meistens erhalten Sie diesen, wenn der Test bei Ihnen gemacht wurde.  In dem Bescheid wird angeordnet, dass Sie in der Regel für die Dauer von 14 Tagen in häusliche Quarantäne abgesondert werden. In dieser Zeit kann das Gesundheitsamt oder von ihm beauftragte Personen weitere Untersuchungen vornehmen ( z.B. weitere Abstriche). Sie müssen in dieser Zeit folgende Vorschriften beachten:

  • 2 Mal täglich Körpertemperatur messen
  • Tagebuch führen mit Eintragungen zu Aktivitäten, Symptomen, Körpertemperatur, allgemeine Aktivitäten
  • Dem Gesundheitsamt Zutritt zur Wohnung gewähren und Auskunft erteilen
  • Die Wohnung nicht verlassen. (Bei Notfall Schutzmaßnahmen ergreifen und alle Beteiligten informieren. Gesundheitsamt benachrichtigen)

Verstöße gegen diese Auflagen können empfindlich bestraft werden. Gleichzeitig mit der Absonderung können Sie Verdienstausfall nach § 56 IfSG beantragen bzw. Ihr Arbeitgeber, wenn Sie angestellt oder verbeamtet sind. Eine Mustervorlage für einen Absonderungsbescheid finden Sie hier)

Wenn Sie an COVID-19 in der Quarantäne erkranken, dann entscheiden Sie zusammen mit einem behandelnden Arzt, ob Sie zu Hause bleiben können, oder ob eine Verlegung in ein Krankenhaus notwendig ist. Sie haben in jedem Fall den gleichen Anspruch auf medizinische Behandlung. Bei einer plötzlichen Verschlechterung (z.B. schwere Atemnot, hohes Fieber) alarmieren Sie bitte den Notruf unter der bundesweit einheitlichen Rufnummer 112. Teilen Sie den Mitarbeitern in der Rettungsleitstelle mit, dass sie positiv auf das Coronavirus getestet wurden.

Sobald Sie in Quarantäne sind, sollten Sie zu Ihrem Schutz und zum Schutz von Angehörigen und Mitbewohnern, bei nicht zu vermeidenden Kontakten einen Mundschutz tragen. Damit können Sie zusätzlich andere schützen. Lüften Sie regelmäßig und gründlich, um die Virenlast in den Wohnräumen soweit möglich zu verringern.

Die Quarantäne wird erst aufgehoben, wenn Sie Symptomfrei sind und anschließend bei Ihnen ein Test auf Corona negativ ausgefallen ist. Möglicherweise ordnet das Gesundheitsamt dann noch eine kurze Übergangszeit von 1 bis 2 Tagen an, bevor Sie wieder nach draußen dürfen.

 

 

Egal ob Sie sich nun mit Influenza, Corona oder einem anderen Erreger angesteckt haben, wenn Sie Symptome einer Atemwegserkrankung haben, dann sollten sie auf jeden Fall zu Hause bleiben. Haben Sie Fieber und Husten, also typische Anzeichen für eine Corona-Infektion, dann informieren Sie ihren Hausarzt oder das Gesundheitsamt um das weitere Vorgehen zu besprechen. Die Hausärzte im Landkreis bieten regional sogenannte Infektionssprechstunden an. Die Zeiten und die teilnehmenden Hausärzte in Ihrer Umgebung finden Sie hier auf coronagap.de.
Halten Sie wenn möglich eine selbstverordnete Quarantäne zu Hause ein, auch wenn nicht sofort ein Test angeordnet wird. Das heißt: Halten Sie auch im häuslichen Umfeld Abstand und beachten Sie die Hygieneempfehlungen (Husten und Niesen in die Armbeuge, Hände waschen, etc.) Wenn räumlich möglich, dann verwenden Sie eine andere  Toilette als Ihre Mitbewohner. Entsorgen Sie Taschentücher möglichst immer gleich im Mülleimer.

Über das Coronavirus ist noch wenig bekannt. Erste Studien zeigen, dass nach einer überstandenen Infektion der Körper wohl über entsprechende Antkörper verfügt, die ihn vor einer erneuten Infektion mit dem Virus schützen. Allerdings ist unklar wie lange dieser Schutz währt. Vom verwandten SARS-Virus (ebenfalls ein Coronavirus) weiß man, dass die Immunität möglicherweise drei bis fünf Jahre anhält.
Allerdings gibt es Berichte gerade auch aus China, dass sich Menschen nach einer Gensung erneut mit dem Coronavirus angesteckt haben. Allerdings gehen Experten nur davon aus, dass bei diesen Fällen Reste der Viren-RNA für ein positive Testergebnis sorgen, also der Virus tatsächlich längst verschwunden ist und trotzdem der Test positiv ausfällt. Ähnliche falsche Nachweise kennt man von Masern-, Zika- oder Ebola-Patienten.
Für weitere Unsicherheit sorgt auch die Tatsache, dass gerade nach einer überstandenen COVID-19-Erkrankung die Tests häufig abwechselnd positiv oder negativ ausfallen. Das heisst, obwohl die Symptome bereits verschwunden ist, ist das Virus möglicherweise noch aktiv. Der Grund, warum oft auch über das erste negative Testergebnis hinaus, Betroffene noch in Quarantäne bleiben müssen.

Im Internet werden vermehrt sogenannte Corona-Schnelltests angeboten. Wissenschaftler warnen vor der Verwendung dieser Tests, weil sie ausschließlich untersuchen, ob bereits  Antikörper gegen das SARS-CoV-2 gebildet wurden. In der Regel kann dies aber frühestens eine Woche nach der Infektion mit dem Corona-Virus festgestellt werden. Das heißt: Der Test fällt in dieser Zeit negativ aus, obwohl die Person hochgradig ansteckend ist, weil gerade zu Beginn der Infektion viele Viren gebildet werden. Und: Der Antikörper-Test schlägt möglicherweise auch bei einer Infektion mit anderen Coronaviren positiv an, obwohl diese nicht für COVID-19 verantwortlich sind, sondern nur einen harmlosen Schnupfen auslösen. Wirklich zuverlässig ist im Moment nur der Standardtest zum Nachweis einer Infektion. Den sogenannten Abstrich dazu muss das zuständieg Gesundheitsamt oder ein Hausarzt anordnen. Maßgebliche Voraussetzung sind im Moment klare Symptome, die auf eine Infektion hinweisen oder der Kontakt mit einem bereits Infizierten. Die Schnelltests werden jedoch in den kommenden Wochen wachsende Bedeutung erlangen um festzustellen, wieviele Menschen tatsächlich infiziert wurden. Hilfreich können Sie auch sein, um nach einer mit dem Standardtest diagnostizierten Infektion festzustellen, ob die Krankheit überstanden ist. Dazu wird ein spezieller Antkörper-Nachweis geführt, der nur positiv ist, wenn der Patient akut erkrankt ist.

Die Reproduktionszahl oder auch Ansteckungsrate sagt aus, wieviele weitere Menschen ein mit SARS-CoV-2 infizierter Mensch ansteckt. Liegt sie bei 1, kommt auf jeden Infizierten ein neuer Fall. Liegt sie darunter nimmt die Zahl der Corona-positiv getesteten Menschen ab. Ist sie höher, dann breitet sich das Virus immer weiter und schneller aus. Was zunächst einfach klingt, ist mathematisch nicht ganz so einfach. Denn die Basis zum Errechnen der Ansteckungsrate ist die Zahl der täglichen Neuinfektionen. Und die schwank deutlich. Etwa weil weniger getestet wird (etwa übers Wochenende) oder Ergebnisse verspätet gemeldet werden. Das RKI spricht deshalb auch von einer „Schätzung“ der Reproduktionszahl. Im Moment (18.4.2020) liegt sie geschätzt bei 0,7. Was bedeutet, dass die Zahl der Neuinfektionen deutlich sinkt. Das RKI hat bei einer Berechnung möglicher Szenarien für die Entwicklung der Coronakrise einen Wert von 0,67 bereits als deutlich positiv angenommen. Wir wären also auf einem guten Weg. Als kritisch wird ein Wert von 1,3 und höher angesehen, weil die kontinuierliche Zunahme dann im Juni dazu führen würde, dass unsere Krankenhäuser doch noch an ihre Belastungsgrenze stoßen.

Darüber streiten im Moment die Experten. Grundsätzlich gehen viele Virologen und Mediziner davon aus, dass eine überstandene Infektion mit dem Coronavirus auch einen Schutz vor einer erneuten Erkrankung darstellt. Zumindest in den nächsten Jahren. Allerdings gibt es ab dieser Theorie auch erheblichen Zweifel. Das Robert-Koch-Institut geht davon aus, dass die Immunität etwa 2 bis 3 Jahre anhalten könnte. Allerdings ist die nur eine Vermutung, die sich auf Untersuchungen mit anderen Coronainfektionen wie SARS und MERS stützen.Ob tatsächlich eine Infektion für eine gewisse Immunität sorgt ist auch in den Augen des deutschen Coronaspezialiste Prof. Christina Drosten von der Berliner Charité ungeklärt und muss weiter erforscht werden.

Vorerst bis zum 4. Mai können sich Patienten mit leichten Erkrankungen der oberen Atemwege (Halsschmerzen, Husten, Schnupfen) auch telefonisch krank schreiben lassen. Die Untersuchung (Anamnese) findet am Telefon statt, die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung versendet der Arzt per Post. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse. Die Bescheinigung gilt zunächst für maximal 7 Tage und kann einmalig um bis zu weitere 7 Tage verlängertv werden. Die telefonische Krankschreibung gilt auch bei einem Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus. Ziel ist, dass auch Patienten mit Verdacht auf eine Coronainfektion zunächst zu Hause in Quarantäne bleiben. Voraussetzung für die Ausstellung der AU ist, dass der Patient in den letzten 6 Quartalen die Praxis besucht hat. Liegen die Patientendaten in einer Praxis nicht vor, so kann die telefonische Krankschreibung trotzdem erfolgen, wenn wesentliche Informationen zur Krankenversicherung abgegeben werden. 

 

Die Frage klingt auf Anhieb etwas abstrus. Tatsächlich aber vermutet man, dass SARS-CoV-2 sich zunächst in Fledermäusen entwickelt hat und dann über einen weiteren sogenannten Zwischenwirt – vielleicht ein Pangolin – auf den Menschen übergesprungen ist. Das Fleisch des einzigen Säugetiers mit Schuppen gilt in Asien als Delikatesse und wurde wohl auch auf dem Exotenmarkt in Wuhan angeboten.  Warum also sollten sich nicht auch andere Tiere beim Menschen infizieren. Dazu hat das zuständige Bundesinstitut, das Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems, eine eigene Untersuchung gestartet. Erste Ergebnisse: Flughunde und Frettchen sind empfänglich für das Coronavirus, Schweine und Hühner wohl nicht. Bei den Haustieren können sich vor allem Katzen mit dem Virus infizieren, Hunde wiederum nicht. Für den Umgang mit empfänglichen Haustieren  gibt es Empfehlungen des Friedrich-Löffler-Instituts. Wichtigster Tipp: Wenn Sie selbst mit dem Virus infiziert sind, sollten Sie auch auf Distanz zu Haustieren, insbesondere Katzen oder Frettchen gehen. Bei Katze verläuft eine Infektion wohl deutlich leichter, als beim Menschen. Trotzdem kann im Moment nicht ausgeschlossen werden, dass auch eine Rückübertragung möglich ist. Kurz: eine infizierte Katze steckt möglicherweise auch andere Menschen an.

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