Was es jetzt zu beachten gilt!

Empfehlungen von Dr. Felix Groß.

Die epidemiologische Lage  im Landkreis entwickelt sich  sehr günstig. Die Anzahl der täglichen Neuerkrankungen geht gegen Null.   Die zunehmende Entspannung birgt aber auch Gefahren. Viele Menschen halten die Pandemie für überwunden, Dabei ist das Coronavirus nach wie vor existent, in einigen Ländern steigen die Infektionszahlen nach wie vor.  Das Virus kann also jederzeit zurück kommen.
Wir erleben im Augenblick glücklicherweise die Öffnung der Landesgrenzen. Die Geschäfte, Hotels, Restaurants öffnen ebenfalls, aber überall bestehen weiter amtlich verfügte Vorschriften für Kontaktbeschränkungen, Hygienmaßnahmen und Abstandsregeln, die bisweilen etwas unübersichtlich sind.

Aus ärztlicher Sicht ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass die Krankheit SARS-CoV-2 jederzeit wieder aufflackern kann, zum Beispiel durch unbemerkt eingeschleppte Infektionen.  Bei der sehr niedrigen Fallzahl ist es leicht möglich, dass die eine oder andere Infektion unbemerkt bleibt.

Bitte achten Sie deshalb auch weiterhin auf folgende, allgemein gültigen Verhaltensregeln.

  1. Halten Sie Abstand, wo immer es geht, 1,5 – 2 m. Beachtung der bekannten allgemeinen Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Hände waschen und Händedesinfektion.
  2. Tragen Sie eine Maske, wo die Abstandsregelung nicht sicher eingehalten werden kann, insbesondere in geschlossenen öffentlichen Räumen wie in Bussen und Bahnen, in Geschäften, am Markt. Überall, wo sich Menschen erkennbar zusammendrängen. Sogenannte Gesichtsvisiere allein sind nach offizieller Auffassung allein nicht ausreichend.
  1. Nehmen Sie Symptome ernst! Bei neu aufgetretenen Symptomen wie Fieber, Halsschmerz, Husten, Durchfall: bleiben Sie wachsam, es könnte ein Covid-19.Symptom sein!

Begeben Sie sich bei Symptomen sofort in häusliche Selbstisolation und nehmen Sie baldmöglichst Kontakt mit Ihrem Hausarzt auf, einem öffentlichen Testzentrum oder dem Gesundheitsamt: lassen Sie sich umgehend testen und ignorieren Sie keine Infektsymptome nach dem Motto: es kann ja gar nicht Covid-19 sein, die Zahlen sind derzeit bei Null. Es kann eben doch sein!

  1. Medizinische Versorgung: auf Grund der derzeit niedrigen Fallzahlen haben die Hausärzte die Schwerpunktpraxen im hausärztlichen Verbund ausgesetzt ( HÄSP, hausärztliche Versorgung im Verbund).

Im Corona-Verdachtsfall wenden Sie sich unbedingt an Ihre Hausarztpraxis! Wenn Sie keinen Hausarzt haben, finden Sie hier (https://gesundheitsdienstleister.gesundheitsregion-zugspitz.de/region/) einen  LINK  zu den Hausärzten in Ihrer Region.   Rufen Sie unbedingt vor einem Praxisbesuch oder vor der Testung an und halten Sie sich an die telefonische Vereinbarung für einen Besuch in der Infektsprechstunde oder zum Testen.

Zur Vorbereitung können Sie daheim einen Corona-Selbstbefragungsbogen ausfüllen ( https://www.tioranat.info/DE/corona-test) und in die Sprechstunde mitnehmen. Der Fragebogen steht auch in vielen Fremdsprachen zur Verfügung.

Am Wochenende und außerhalb der Sprechzeiten können Sie sich an den Ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der bundesweit einheitlichen Rufnummer 116117 wenden.

Im Fall einer erneuten, sogenannten 2. Infektwelle, ist im Raum Garmisch-Partenkirchen eine Corona-Schwerpunktpraxis geplant. Auch die Hausärzte werden in diesem Fall ihre HÄSP ( Hausärztliche Schwerpunktpraxen im Verbund) wieder eröffnen   

  1. Testungen bei Symptomen, Verdacht auf SARS CoV2: Sie können sich bei Ihrem Hausarzt testen lassen. Der Test auf Coronavirus wird durch einen Rachenabstrich oder ggf. einen kombinierten Nasen-Rachenabstrich durch einen Arzt oder andere Fachkraft vorgenommen.

Häufig wird die sogenannte kontaktlose Selbsttestung durchgeführt: Sie erhalten hierfür von Ihrem Hausarzt eine genaue Beschreibung, wie und wo Sie selbst den Abstrich bei sich vornehmen und bringen das Testkit dann nach der Probenentnahme in die Praxis zurück. Bei Kindern sollte unbedingt das fachärztlich empfohlene Abstrichverfahren durch den Arzt oder eine ausgebildete Fachkraft bevorzugt werden.

Das Gesundheitsamt Garmisch-Partenkirchen nimmt für epidemiologische Fragestellungen weiterhin Testungen vor.

  1. Testungen vor ambulanten operativen Eingriffen im Krankenhaus ( bei Gesunden): in der Regel verlangen Kliniken vor geplanten ambulanten ( oder auch stationären Eingriffen) einen aktuellen Rachenabstrich (PCR Test), der maximal 4 Tage alt sein darf. Dieser Test wird nach der Veröffentlichung des Gesundheitsministeriums vom 9. Juni 2020 durch die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) bezahlt. Die detaillierten Regelungen werden derzeit ausgearbeitet. Das genaue Vorgehen müssen Sie vorab mit dem untersuchenden Facharzt oder einweisenden Hausarzt klären. Ihr Hausarzt führt in der Regel diese Testungen durch.
  2. Testungen des Personals in Kitas, Schulen, Betrieben: Hier gibt es im Augenblick noch keine Klarheit, wer die Testungen durchführt und wer die Kosten übernimmt. Die Staatsregierung verhandelt mit den kassenärztlichen Vereinigungen über Regelungen, mit Ergebnissen ist in naher Zukunft zu rechnen und wird dann auf dieser Webseite umgehend veröffentlicht.
  3. Testungen bei persönlicher, individueller Fragestellung (z.B. Großeltern möchten Enkel nach einem Tenniscamp bei sich in den Ferien daheim haben und machen sich Sorgen um die eigene Gesundheit). Oder Sie möchten wissen, ob Sie sich in den vergangenen Wochen inzwischen doch schon unbemerkt mit dem neuen Coronavirus angesteckt haben. Hierzu sollten Sie Kontakt mit Ihrem Hausarzt aufnehmen und die konkrete Fragestellung besprechen, um eine individuelle Lösung Ihrer Fragestellung zu bekommen. Denkbar wäre ein sogenannter Antikörpertest aus dem Blut (ELISA-Test, Ig-G), die Kosten liegen bei ca. 10-20 €. Damit haben Sie im positiven Fall einen Hinweis auf eine bereits durchgemachte Coronainfektion. Über die Dauer und Sicherheit einer Immunität, d.h. Sie können sich nicht erneut anstecken, bestehen derzeit keine wissenschaftliche Klarheit.
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