Das Coronavirus überträgt sich durch Tröpcheninfektionen und Aerosole. Aerosole sind im Gegensatz zu Tröpfchen Flüssigkeitspartikel, die kleiner als 5 Mikrometer sind. Diese Aerosole halten sich länger in der Luft und können damit auch auf größere Distanz das Virus übertragen. Das Infektionsrisiko steigt deshalb deutlich in schlecht gelüfteten Räumen. Gemeinsames Singen, Husten und Niesen verbreitet zudem viele Viren. Regelmäßiges Lüften gehört deshalb heute zu einer der wichtigsten Maßnahmen gegen eine Ausbreitung des Coronavirus.

Der beste Schutz ist Distanz zu möglicherweise infizierten Personen. Da wir von einer sehr hohen Dunkelziffer ausgehen müssen, birgt potentiell jeder Kontakt das Risiko sich anzustecken. Zahlreiche Studien, die in den letzten Monaten zu möglichen Übertragungswegen des Coronavirus gemacht wurden, zeigen, dass ein längerer, gemeinsamer Aufenthalt mit einer bereits infizierten Person in einem schlecht gelüfteteten Raum und bei längerer Begegnung Angesicht zu Angesicht, das Infektionsrisiko deutlich steigert. Deshalb gilt die Abstandsregelung von 1,5m auch weiterhin. Deshalb ist das Tragen von Masken nach wie vor notwendig.  Gleich wichtig ist ein deutlich höhere Hygiene, insbesondere regelmäßiges gründliches Händewaschen.

Hier die wichtigsten Tipps in Kürze:

Händewaschen: Hände gründlich (mindestens 20 Sekunden) mit warmen Wasser und Seife wachen. Handzwischenräume und Fingernägel ebenfalls bewusst reinigen. Händewaschen möglichst oft wiederholen.

Abstand halten: Im öffentlichen Raum und zu Personen in Quarantäne mindestens 1,5 m Abstand halten

Hustenetikette beachten: Husten und Niesen möglichst nur in die Ellenbeuge um eine Kontamination der Hände zu vermeiden und damit eine Übertragung auf Türgriffe, Handläufe, Displays und und und…. .

Nicht ins Gesicht fassen: Das Corona-Virus setzt sich zunächst im hinteren Rachenbereich fest. Deshalb sollte man unbedingt vermeiden, sich an Nase oder Mund zu fassen. Eine Übertragung ist auch durch Augenreiben möglich. Allerdings fassen wir uns intuitiv, also meist unbemerkt sehr häufig ins Gesicht. Deshalb muss man sich hier bewusst kontrollieren.

Atemschutzmasken (MNS) und Handschuhe Der Nutzen von Atemschutzmasken wurde nach einer anfänglich kontroversen Diskussion in mehreren Studien bestätigt. Nach wie vor gilt die Maskenpflicht bei Aufenthalt in Gaststätten, öffentlichen Verkehrsmitteln oder öffentlich zugänglichen Einrichtungen, insbesondere Krankenhäusern und Pflegeheimen. Im öffentlichen Raum gilt eine weitgehende Maskenpflicht.

Handschuhe helfen Kontakt mit dem Virus zu verringern, ersetzen in keinem Fall das Händewaschen. Medizinisches Personal zieht zwei oder sogar drei Handschuhe übereinander um einen Kontakt mit Viren wirklich auszuschließen. Dabei muss das richtige Ausziehen der Handschuhe gelernt werden.

Derzeit werden verschiedene Medikamente klinisch erprobt. Sehr oft handelt es sich dabei um Wirkstoffe, die gegen andere Krankheiten entwickelt wurden wie HIV, Ebola oder SARS (ebenfalls von einem Coronavirus verursacht). Da es derzeit keine bereits zugelassenen Medikamente gibt, stehen Behandlungen im Moment noch nicht allgemein zur Verfügung. Zugang zu solchen Medikamenten erhält man nur, wenn man Teil eine Medikamentenstudie wird. Dabei ist jedoch nicht sicher, ob amn den Wirkstoff erhält oder ein wirkungsloses Placebo. Solche placebokontrollierten Studien sind aber wichtig, um Aussagen über die tatsächliche Wirksamkeit eines Medikamentes treffen zu können. Viele Ärzte und Betroffene halten es jedoch für unethisch, wenn möglicherweise wirksame Medikamente todkranken Patienten vorenthalten werden. Deshalb stehen die Hersteller solcher Präparate und im Moment natürlich ganz besonders die Hersteller von Wirkstoffen gegen das Coronavirus unter erheblichem Druck. Trotzdem gibt es für die Firmen nur eingeschränkte Handlungsmöglichkeiten.
Zu den derzeit in der Erprobung befindlichen Wirkstoffen zählen:

Remdesivir: Der Wirkstoff wurde gegen Ebola entwickelt, erwies sich dort aber nur als wenig wirksam. Anders bei der Behandlung von MERS (ebenfalls eine von einem Coronoavirus verursachte schwere Lungenerkrankung). Das Medikament der Firma Gilead wurde mittlerweile in den USA und Europa zur Behandlung von COVID-19-Patienten in einem Eilerfahren zugelassen. In Deutschland ist es unter dem Namen Veklury auf dem Markt. Studien berichten, dass Remdesivir zu einer schnelleren Genesung beiträgt. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA berichtet von gehäuften Nierenschäden und dem Anstieg von Leberenzyen im Blut im Zusammenhang mit der Einnahme des Präparates.

Lopinavir / Ritonavir: Dabei handelt es sich um ein Kombinationspräparat gegen das HIV-Virus des US-Biotech- und Pharmaunternehmens AbbVie. Der Einsatz des Kompipräparates ist etwa seit dem Jahr 2000 in der Schweiz und Deutschland unter dem Handelsnamen Kaletra zugelassen.  Mehrere Studien in China und Großbritannien haben jedoch bislang keine positive Wirkung bei der Behandlung von COVID-19 gezeigt.

Favilavir: Wirkstoff gegen die Grippe, der derzeit nur in China erprobt wird und dort eine auf 5 Jahre beschränkte Zulassung zur Behandlung von COVID-19 erhalten hat. Möglicherweise werden Pillen in Deutschland auf dem Schwarzmarkt angeboten. Von einem Kauf wird abgeraten. 

Chloroquin: Dabei handelt es sich um einen in Deutschland 1934 entwickelten Wirkstoff gegen Malaria, der unter dem Handelsnamen Resochin lange als Medikament der Wahl zur Behndlung einer Malariainfektion galt. 2019 stellte Bayer den Vertrieb ein. Nachdem sich jedoch in Pakistan eine Wirksamkeit von Chloroquin bei COVID-19 zeigte, geriet das Präparat wieder in den Mittelpunkt des Interesses. Nach anfänglich positiven Studienergebnissen behandelten auch französische und und deutsche Mediziner  im Rahmen von Studien COVID-19 Patienten mit dem Medikament. Für den Fall eines Erfolgs hat die Bundesregierung größere Mengen beim Chemiekonzern Bayer reserviert. Nah mehreren Berichten über Behandlungsmißerfolge brach u.a das  Tübinger Institut für Tropenmedizin seine Studie ab. Auch die WHO hat entsprechende Studien ausgesetzt.    Auch die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA hat seine Empfehlung für die Präparate zurückgezogen. Mittlerweile gelten Chloroquin und Hydroxychloroquin als bedeutungslos für die weitere Medikamentenforschung. 

Cortison: Neu unter den möglicherweise erfolgversprechenden Behandlungsalternativen sind Medikmente, die den Wirkstoff Cortison enthalten.  Cortison ist ein sogenanntes Steroidhormon, dass auch natürlich im menschlichen Körper vorkommt. Cortison wird im Körper zu Cortisol verstoffwechselt und zur Behandlung von Entzündungen verwendet, zum Beispiel bei der Behandlung von Erkrankungen wie Rheuma. In der Behandlung von COVID-19-Patienten zeigen Studen, dass eine sogenannte Cortison-Stoßtherapie hilft, gravierende Immunreaktionen als Folge einer Coronainfektion zu vermeiden und damit einen schweren Verlauf der Krankheit zu verhindern oder zumindest abzuschwächen.

Derzeit ist noch kein Impfstoff verfügbar, obwohl weltweit über 200 Projekte zur Entwicklung eines Impfstoffes laufen. In Deutschland berichtet der Verband der forschenden Pharmaunternehmen vfa derzeit von 22 Forschungsprojekten in Deutschland. Am 9.11. hat das deutsche Forschungsunternehmen BioNTech zusammen mit seinem Partnerunternehmen Pfizer bekannt gegeben, dass die ersten Ergebnisse der laufenden Phase-3-Studie ihres Impfstoffes sehr erfolgversprechend sind. Laut gemeinsamer Erklärung wirkt der Impfstoff in über 90% aller Probanden ohne schwerwiegende Nebenwirkungen. Der Impfstoff wurde in einer Studie mit über 40.000 Teilnehmern getestet. Die Unternehmen haben angekündigt bereits Ende November die Zulassung bei der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA zu beantragen. Bereits jetzt produiert BioNTech den Impfstoff. Bis Ende des Jahres sollen 50 Mio. Dosen hergestellt werden, in 2021 über 1 Milliarde. Die EU und die Bundesregierung sollen sich eine Belieferung bereits gesichert haben. Am 16. November kündigte auch das US-Unternehmen Moderna an, kurzfristig die Zulassung für einen Impfstoff gegen COVID.19 zu beantragen, nachdem die Phase-3-Studie mit dem neuen Impfstoff  äußerst positive Ergebnisse gezeigt habe.

Da auch die anderen Projekte zur Entwicklung eines neuen Impfstoffes in vergleichbaren Studienphasen befinden, gehen Experten davon aus, dass im kommenden Jahr mehrere Impfstoffe zur Verfügung stehen werden. Die Forschung geht mit Riesenschritten voran. Eine aktuelle Übersicht über den Stand der Forschungen finden Sie hier. Einige Unternehmen – darunter auch das deutsche Start-Up CureVac – haben bereits mit dem Aufbau von Produktionanlagen begonnen, damit ein erfolgreicher Wirkstoff auch unverzüglich in großen Mengen hergestellt werden kann. Trotzdem gehen Experten davon aus, dass zunächst nicht die ganze Bevölkerung, sondern vorrangig medizinsches Personal und Riskogruppen geimpft werden sollen. Die Bundesregierung hat eine entsprechende Impfstrategie verabschiedet. Zu der gehört auch der Aufbau von zentralen Impfstellen. In Bayern sollen in den Landkreisen und kreisfreien Städten insgesamt 96 Impfstellen bis zum 15.12.2020 aufgebaut werden. Dort sollen zunächst ca. 100 Personen/Tag geimpft werden. Geplant sind auch mobile Impfteams. Zuerst sollen medizinisches Personal und Angehörige der Risikogruppen geimpft werden.

Über das Thema Impfen, die mögliche Zuverlässigkeit und Sicherheit eines Impfstoffes  ist eine breite Diskussion in der Gesellschaft entstanden. Eine allgemeinverständliche Zusammenfassung des wissenschaftlichen und genehmigungsrechtlichen Standes zur Entwicklung eines Impfstoffes gegen SARS-CoV-2 finden Sie auf der Internetseite des in Deutschland für Impfstoffe zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts.

Ob an sich gegen eine Krankheit impfen lässt oder nicht, ist immer das Ergebnis einer sehr persönlichen Abwägung. Einige Experten empfehlen im Moment eine Grippeschutzimpfung, da – häufig vergessen – auch das Influenzavirus im Moment seine Krise zieht.  Die Diagnose einer Coronainfektion kann bei entsprechenden Symptomen auch ohne Test sicherer gestellt werden, wenn eine Grippe aufgrund einer Schutzimpfung ausgeschlossen werden kann. Zudem wird der Körper nicht durch zwei aggressive Feinde bedroht.
Nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel wegen Kontakt zu einem mit dem Coronavirus infizierten Person in Quarantäne ging, wurde sie unmittelbar gegen eine Pneumokokken-Infektion geimpft. Ziel ist es, mögliche schwere Komplikationen durch eine sogenannte Superinfektion mit den Bakterien zu verhindern. Pneumokokken verursachen gerade für die Risikogruppen gefährliche Lungenentzündungen, die letztlich maßgeblich für die hohe Todesrate bei schwer an COVID-19 erkrankten Personen verantwortlich sind.

Nachdem anfang des Jahres viele Menschen in Deutschland von der Schutzimpfung gegen Pneumokokken Gebrauch gemacht haben, sind die verfügbaren Präparate knapp geworden und waren zum Teil nicht verfügbar. Dieser Engpaß konnte im Sommer behoben werden Allerdings melden Apotheken immer wieder Lieferschwierigkeiten ebenso wie derzeit beim Grippeimpfstoff.

Seit Beginn der Krise wies das zuständige Robert-Koch-Institut mehrere Regionen als soegannte Risikogebiete aus. Dazu gehörten während der 1. Coronawelle z.B. die Provinz Hubei mit der Hauptstadt Wuhan in China, mehrere Regionen in Norditalien und einige Gebiete in Österreich sowie der Ort Heinsberg in Nordrhein-Wetsfalen. Wer sich in einem dieser Risikogebiete aufgehalten hatte, sollte sich möglichst in heimische Quarantäne begeben. Zeigte er Symptome von COVID-19 oder stellte sich heraus, dass er im Risikogebiet Kontakt zu Infizierten hatte, wurde die Quarantäne vom Gesundheitsamt angeordnet.

Nachdem immer mehr Länder zu Risikogebieten erklärt wurden und gleichzeitig auch in Deutschland und insbesondere Bayern die INfektionszahlen im März und April in vergleichbare Höhe schnellten, wies das Robert-Koch-Institut keine internationalen Risikogebiete oder besonders betroffenen Gebiete in Deutschland mehr aus. Das Übertragunsgrisiko wurde weltweit und auch in Deutschland als hoch eingeschätzt, sodass eine Differenzierung keinen Sinn mehr machte. Während der Sommermonate konnten die Bürgerinnen und Bürger in Europa weitgehend ungehindert reisen. Nur wenige Gebiete in Europa wurden noch als Risikogebiete geführt, dagegen galt der Rest der Welt weitgehend als Risikogebiet. Im Laufe des August und des September wurden in unseren Nachbarstaaten zunehmend neue Risikogebiet ausgewiesen. Eine aktuelle Übersicht finden Sie hier.  Allerdings sind mittlerweile auch viele Regionen in Deutschland Risikogebiete mit einem hohen 7-Tage-Inzidenzwert über 50 oder sogar 100. Dies führte dazu, dass einige Bundesländer Beherbergungsverbote für Bürgerinnen und Bürger aus diesen inländischen Krisenregionen erlassen hatten. Diese wurden jedoch vielfach von Gerichten außer Kraft gesetzt. Mit der Verhängung eines bundesweiten  neuen Lockdowns ab dem 2.11. gilt ein touristsches Reiseverbot für ganz Deutschland.

Unter den  medizinischen Informationen finden Sie eine Tabelle mit den wichtigsten Unterscheidungsmerkmalen zwischen einer Grippe, COVID-19 und anderen Erkältungskrankheiten. Die typischen Anzeichen für eine Erkrankung an COVID-19 bzw. eine Infektion mit dem Corona-Virus sind Fieber und ein trockener Husten. Bei einem trockenem Husten wird kein Schleim gebildet, Mediziner nennen ihn deshalb in ihrem Fachjargon auch „unproduktiver Husten“. Schnupfen und Halsschmerzen können auftreten sind aber eher selten. Bei Verdacht auf eine Erkrankung sollten Sie telefonisch Ihren Hausarzt informieren und mit ihm die weitere Behandlung absprechen. Bei Atemnot, Kurzatmigkeit und hohem Fieber können Sie auch den Notruf 112 alarmieren. GebenSie unbedingt in der Leitstelle an, dass Sie typische Anzeichen für eine Erkrankung mit COVID-19 zeigen (Beschreibung Ihrer Symptome), damit sich der Rettungsdienst und Notarzt auf die Situation einstellen können.

 

In etwa 80% aller Fälle verläuft eine Infektion mit dem Corona-Virus milde bis moderat. Sie zeigen entweder gar keine Symptome oder haben wenige Tage Fieber und leiden unter Husten. Wichtig: Es entsteht keine akute Atemnot. Etwa 14% aller Fälle verlaufen dagegen schwer, d.h. die sogenannte Sauerstoffsättigung im Blut sinkt unter 94%. Die Symptome beginnen typischerweise 7 bis 10 Tage nach der Infektion. 5% der Betroffenen werden in der Folge intensivmedizinisch behandelt. Etwa die Hälfte muss beatmet werden. Die Sterblichkeitsrate liegt in Deutschlnd derzeit bei ca. 09 % der Betroffenen. 88% der Verstorbenen sind älter als 70 Jahre.

Patienten mit einem schweren Verlauf werden in aller Regel stationär behandelt und erhalten Sauerstoff. Sechs Prozent aller Fälle verlaufen nach aktueller Einschätzung des Robert-Koch-Instituts kritisch bis lebensbedrohlich. Betroffene Patienten müssen künstlich beatmet werden und es droht ein Lungenversagen mit einem septischen Schock, insbesondere aufgrund einer Superinfektion mit anderen Keimen (Pneumokokken). Von diesen Patienten versterben im Moment etwa die Hälfte. Ein kritischer Verlauf kann nach derzeitiger Kenntnislage wahrscheinlich vermieden werden, wenn die Erkrankung frühzeitig festgestellt wurde. Deshalb versucht man insbesondere Kontaktpersonen von Infizierten schnellstmöglich zu identifizieren und ebenfalls zu testen.

Weitere Informationen zum Krankheitsverlauf von COVID-19  finden Sie auf der Webseite des RKI.

Weiterführendes Dokument:
Hinweise zu Erkennung, Diagnostik und Therapie von Patienten mit COVID-19

Experten davon aus, dass vor allem ältere Menschen zur Risikogruppe gehören. Grund dafür ist das mit zunehmenden Alter schwächer werdende Immunsystem. Dies würde auch die überdurchschnittlich hohe Sterberate in Italien ein Stück weit erklären, da das Durchschnittsalter im europäischen Vergleich dort am höchsten ist.

Das Risiko steigt ab dem 50. Lebensjahr an. Nachdem erste Studien insbesondere aus China vorliegen, korrigiert sich allerdings das Bild gerade. So hat das RKI in einem epidemiologischen Bulletin am 27.3. 2020 folgendes Fazit gezogen:

„Die bisherigen Ergebnisse weisen auf einen deutlich höheren Anteil beatmungspflichtiger  COVID-19-Patienten hin, die im Vergleich zu saisonalen Grippewellen eher jünger sein können, sehr viel länger beatmet werden müssen und nicht unbedingt an Grunderkrankungen leiden.
Die Krankenhäuser in Deutschland sind dringend aufgefordert, sich dahingehend vorzubereiten.“ nCoV_Lagebericht_RKI_2020-03-21

Trotzdem müssen wir davon ausgehen,  dass verschiedene Grunderkrankungen wie Herzkreislauferkrankungen, Diabetes oder Erkrankungen des Atmungssystems (z.B. COPD) sowie Erkrankungen von Leber, Niere oder eine Krebserkrankung die Wahrscheinlichkeit für einen schweren Krankheitsverlauf wohl erhöhen. Mehr Informationen über mögliche Risikogruppen finden Sie auf der Webseite des RKI.

Im Netz kursieren alle möglichen Gerüchte über das Risiko an COVID-19 schwer zu erkranken, wenn Sie bestimmte Medikamente für chronisch Kranke wie zum Beispiel ACE-Hemmer einnehmen. Setzen Sie bitte Ihre Medikamente nur nach Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt ab. Für Laien ist eine Risikobewertung oft sehr schwierig und undurchsichtig. Etwa wenn wie im Fall Ibuprofen Medizinier und Regierung warnen, gleichzeitig die WHO aber Ihre Warnung zurücknimmt.

Die üblichen Notrufwege funktionieren unverändert und stehen allen Betroffenen uneingeschränkt offen. Bitte teilen Sie bei einem Anruf unter der Notruf-Nummer 112 oder dem Bereitschaftstelefon der Kassenärzte 116117 unbedingt mit, wenn Sie den Verdacht haben, sich mit COVID-19 angesteckt zu haben oder bereits Symptome zu haben.

Im Klinikum Garmisch-Partenkirchen wurden aufgrund der Corona-Krise einige Änderungen eingeführt, die jedoch keine Einschränkungne in der medizinischen Betreuung bedeuten. Das Klinikum ist für alle Notfallpatienten uneingeschränkt verfügbar. Sprechstunden in den Fachabteilungen finden soweit möglich telefonisch statt. Termine werden wenn nötig individuell vereinbart. Ein Besuch von Angehörigen im Klinikum ist derzeit nur in Ausnahmefällen möglich. Diese sind:

  • -Sie sind Elterneti eines erkrankten Kindes
  • Sie werden Vater
  • Sie wollen einen sterbenden Angehörigen besuchen.

In allen anderen Fällen ist ein Besuch derzeit leider nicht möglich. Der Zugang zum Klinikum ist derzeit ausschließlich über den Haupteingang möglich. Besucher werden dort auf eine mögliche Infektion mit dem Corona-Virus untersucht.

 

 

Das Coronavirus befällt bevorzugt Zellen in der Lunge. Dies führt zu mehr oder weniger schweren Atemprobleme. Bei einem schweren Verlauf nimmt die Sauerstoffsättigung im Blut ab, es kommt zu einer Flüssigkeitsansammlung in der Lunge und einem Anstieg an Immunzellen im Lungegewebe. Diese unkontrollierte Immunantwort verursacht Entzündungen in der Lunge und den Atemwegen. In der Folge können die Symptome noch durch eine sogenannte Superinfektion mit Bakterien (Pneumokokken) verstärkt werden. Am Ende droht eine Sepsis und ein Versagen aller Organe (Multiorganversagen). Da eine causale Therapie mit Medikamenten nicht zur Verfügung steht, versuchen die Ärzte die Atemfunktion aufrecht zu erhalten um die lebenswichtige Versorgung des Körpers mit Sauerstoff sicherzustellen. Eine wesentliche intensivmedizinische Maßnahme ist deshalb die Versorgung der Betroffenen mit Sauerstoff. Bei sehr schweren Verläufen kann es z.B. notwendig sein, den Patienten maschinell zu beatmen. Um eine gleichmäßige Versorgung aller Lungenteile mit Sauerstoff sicher zu stellen, werden die Patienten auf dem Bauch gelagert. Die Bauchlagerung führt zu einer deutlichen Verbesserung der Überlebenschancen. Begleitet werden diese Maßnahmen möglicherweise durch eine befristete Gabe von Antibiotika um eine Superinfektion wirkungsvoll zu bekämpfen. Eine präventive Antibiotikaabgabe wird nicht empfohlen.

Die Behandlung von Patienten, die unter akutem Lungenversagen leiden (ARDS), ist eine medizinische Herausforderung. Die einzelnen Maßnahmen richten sich vor allem nach der Art der Komplikationen. Dabei können Maßnahmen, die eben noch als falsch galten, plötzlich doch angemessen oder sogar geboten sein. Grundlage für die Entscheidungen des Arztes ist eine intensive Überwachung des Patienten, bei dem viele Parameter berücksichtigt werden müssen. Diese Unsicherheit und die Schwere der Eingriffe, macht die intensivmedizinische Behandlung eines Patienten mit einem schweren Verlauf von COVID-19 auch für Angehörige schwer erträglich.
In schwerst betroffenen Ländern wie Italien, Spanien und nun auch den USA, stehen Mediziner. Pflegepersonal und Angehörige  vor der schweren Herausforderung, die Erfolgsaussichten der Therapie für jeden Patienten einzeln immer wieder neu entscheiden zu müssen. Diese Entscheidung ist umso schwerer, wenn nicht ausreichend intensivmedizinische Behandlungsplätze zur Verfügung stehen. Dann müssen Mediziner abwägen, ob ein Beatmungsplatz nicht evtl. für einen anderen Patienten zur Verfügung gestellt werden sollte. In diesem Fall würde der Patient jedoch palliativ-medizinisch begleitet. Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin lesen Sie hier. Am 25.3.2020 haben mehrer medizinische Fachgesellschaften ihre gemeinsamen Klinisch-ethischen Empfehlungen für Entscheidungen über die Zuteilung von Ressourcen in der Notfall-und der Intensivmedizin im Kontext der COVID-19-Pandemie

Weiterführende Links:
Hinweise zur Erkennung, Diagnostik und Therapie von Patienten mit COVID-19.
Empfehlungen zur intensivmedizinischen Therapie von Patienten mit COVID-19

 

Viele mit SARS-CoV-2 infizierte Personen berichten, dass sie nichts mehr riechen, auch wenn sie sonst keine Symptome von COVID-19 zeigen. Nach Berichten aus Korea leiden 30% der Virusträge unter einer sogenannten Anosmie, ähnliche Nachrichten gibt es aus Italien und China.  Auch zwei Drittel der Erkrankten aus der Karnevalshochburg Heinsberg haben bei einer Befragung erzählt, mehrere Tage ihren Geruchssinn verloren zu haben. Da Experten davon ausgehen, dass es eine hohe Dunkelziffer von Betroffenen gibt, die symptomlos bleiben und nicht erkannt werden, trotzdem aber Dritte anstecken können, wird diskutiert, ob Personen, die plötzlich nichts mehr riechen nicht auch in Quarantäne gehen sollten.

In diesem Zusammenhang wichtig: Der plötzliche Verlust des Gerichssinns sollte als Hinweis auf eine mögliche Infektion mit dem Coronavirus beachtet werden. Umgekehrt bedeutet jedoch die Tatsache, dass man noch etwas riecht nicht, dass man sich nicht angesteckt hat.

Nachdem zu Beginn der 1. Coronawelle nur vergleichsweise wenige Personen getestet werden konnten, versuchen die Gesundheitsämter nun viel mehr Personen auf eine Infektion mt dem Coronavirus zu testen. Getetstet werden Personen mit Symptomen (Fieber, Husten, Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns), sogenannte Kontaktpersonen, die direkten Kontakt mit einer infizierten Person hatten, Reisende aus Risikogebieten, Personen die in Gemeinschaftsunterkünften leben, Patienten und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sowie das Personal. Bisher werden diese Personen auschließlich mit einem sogeannten PCR-Test auf eine INfektion untersucht. Dabei wird ein Abstrich im Mund- und Rachenraum sowie in der Nase entnommen und im Labor untersucht. Dieser Test gilt als sehr sicher. In Bayern übernimmt die Kosten dafür der Staat, d.h. alle Bayern können sich derzeit kostenlos testen lassen. Mittlerweile stehen auch sogenannte Antigen-Schnelltests zur Verfügung. Sie sollen zum Beispiel bei der Überprüfung von Besuchern in Alten- und Pflegeheimen eingesetzt werden und innerhalb von 15 Min Auskunft über eine Infektion geben.. Allerdings gibt es bei diesen Tests immer noch technische Probleme und Unsicherheiten über die Richtigkeit der Ergebnisse. Noch stehen die Tests nur sehr eingeschränkt zur Verfügung.

 

Wenn bei Ihnen eine Infektion mit SARS-CoV-2 festgestellt wurde, dann stehen Sie ab diesem Zeitpunkt unter häuslicher Quarantäne, auch wenn Sie keine Symptome zeigen.  Möglicherweise haben Sie schon zuvor eine entsprechenden Bescheid des zuständigen Gesundheitsamtes erhalten. Meistens erhalten Sie diesen, wenn der Test bei Ihnen gemacht wurde.  In dem Bescheid wird angeordnet, dass Sie in der Regel für die Dauer von 14 Tagen in häusliche Quarantäne abgesondert werden. In dieser Zeit kann das Gesundheitsamt oder von ihm beauftragte Personen weitere Untersuchungen vornehmen ( z.B. weitere Abstriche). Sie müssen in dieser Zeit folgende Vorschriften beachten:

  • 2 Mal täglich Körpertemperatur messen
  • Tagebuch führen mit Eintragungen zu Aktivitäten, Symptomen, Körpertemperatur, allgemeine Aktivitäten
  • Dem Gesundheitsamt Zutritt zur Wohnung gewähren und Auskunft erteilen
  • Die Wohnung nicht verlassen. (Bei Notfall Schutzmaßnahmen ergreifen und alle Beteiligten informieren. Gesundheitsamt benachrichtigen)

Verstöße gegen diese Auflagen können empfindlich bestraft werden. Gleichzeitig mit der Absonderung können Sie Verdienstausfall nach § 56 IfSG beantragen bzw. Ihr Arbeitgeber, wenn Sie angestellt oder verbeamtet sind. Eine Mustervorlage für einen Absonderungsbescheid finden Sie hier)

Wenn Sie an COVID-19 in der Quarantäne erkranken, dann entscheiden Sie zusammen mit einem behandelnden Arzt, ob Sie zu Hause bleiben können, oder ob eine Verlegung in ein Krankenhaus notwendig ist. Sie haben in jedem Fall den gleichen Anspruch auf medizinische Behandlung. Bei einer plötzlichen Verschlechterung (z.B. schwere Atemnot, hohes Fieber) alarmieren Sie bitte den Notruf unter der bundesweit einheitlichen Rufnummer 112. Teilen Sie den Mitarbeitern in der Rettungsleitstelle mit, dass sie positiv auf das Coronavirus getestet wurden.

Sobald Sie in Quarantäne sind, sollten Sie zu Ihrem Schutz und zum Schutz von Angehörigen und Mitbewohnern, bei nicht zu vermeidenden Kontakten einen Mundschutz tragen. Damit können Sie zusätzlich andere schützen. Lüften Sie regelmäßig und gründlich, um die Virenlast in den Wohnräumen soweit möglich zu verringern.

Die Quarantäne wird erst aufgehoben, wenn Sie symptomfrei sind und anschließend bei Ihnen ein Test auf Corona negativ ausgefallen ist. Möglicherweise ordnet das Gesundheitsamt dann noch eine kurze Übergangszeit von 1 bis 2 Tagen an, bevor Sie wieder nach draußen dürfen.

 

Egal ob Sie sich nun mit Influenza, Corona oder einem anderen Erreger angesteckt haben, wenn Sie Symptome einer Atemwegserkrankung haben, dann sollten sie auf jeden Fall zu Hause bleiben. Haben Sie Fieber und Husten, also typische Anzeichen für eine Corona-Infektion, dann informieren Sie ihren Hausarzt oder das Gesundheitsamt um das weitere Vorgehen zu besprechen. Die Hausärzte im Landkreis bieten regional sogenannte Infektionssprechstunden an. Die Zeiten und die teilnehmenden Hausärzte in Ihrer Umgebung finden Sie hier auf coronagap.de.
Halten Sie wenn möglich eine selbstverordnete Quarantäne zu Hause ein, auch wenn nicht sofort ein Test angeordnet wird. Das heißt: Halten Sie auch im häuslichen Umfeld Abstand und beachten Sie die Hygieneempfehlungen (Husten und Niesen in die Armbeuge, Hände waschen, etc.) Wenn räumlich möglich, dann verwenden Sie eine andere  Toilette als Ihre Mitbewohner. Entsorgen Sie Taschentücher möglichst immer gleich im Mülleimer.

Über das Coronavirus ist noch wenig bekannt. Erste Studien zeigen, dass nach einer überstandenen Infektion der Körper wohl über entsprechende Antkörper verfügt, die ihn vor einer erneuten Infektion mit dem Virus schützen. Allerdings ist unklar wie lange dieser Schutz währt. Vom verwandten SARS-Virus (ebenfalls ein Coronavirus) weiß man, dass die Immunität möglicherweise drei bis fünf Jahre anhält.
Allerdings gibt es Berichte gerade auch aus China, dass sich Menschen nach einer Gensung erneut mit dem Coronavirus angesteckt haben. Allerdings gehen Experten nur davon aus, dass bei diesen Fällen Reste der Viren-RNA für ein positive Testergebnis sorgen, also der Virus tatsächlich längst verschwunden ist und trotzdem der Test positiv ausfällt. Ähnliche falsche Nachweise kennt man von Masern-, Zika- oder Ebola-Patienten.
Für weitere Unsicherheit sorgt auch die Tatsache, dass gerade nach einer überstandenen COVID-19-Erkrankung die Tests häufig abwechselnd positiv oder negativ ausfallen. Das heisst, obwohl die Symptome bereits verschwunden ist, ist das Virus möglicherweise noch aktiv. Der Grund, warum oft auch über das erste negative Testergebnis hinaus, Betroffene noch in Quarantäne bleiben müssen.

Im Internet werden vermehrt sogenannte Corona-Schnelltests angeboten. Wissenschaftler warnen vor der Verwendung dieser Tests, weil sie ausschließlich untersuchen, ob bereits  Antikörper gegen das SARS-CoV-2 gebildet wurden. In der Regel kann dies aber frühestens eine Woche nach der Infektion mit dem Corona-Virus festgestellt werden. Das heißt: Der Test fällt in dieser Zeit negativ aus, obwohl die Person hochgradig ansteckend ist, weil gerade zu Beginn der Infektion viele Viren gebildet werden. Und: Der Antikörper-Test schlägt möglicherweise auch bei einer Infektion mit anderen Coronaviren positiv an, obwohl diese nicht für COVID-19 verantwortlich sind, sondern nur einen harmlosen Schnupfen auslösen. Wirklich zuverlässig ist im Moment nur der Standardtest zum Nachweis einer Infektion. Den sogenannten Abstrich dazu muss das zuständieg Gesundheitsamt oder ein Hausarzt anordnen. Maßgebliche Voraussetzung sind im Moment klare Symptome, die auf eine Infektion hinweisen oder der Kontakt mit einem bereits Infizierten. Die Schnelltests werden jedoch in den kommenden Wochen wachsende Bedeutung erlangen um festzustellen, wieviele Menschen tatsächlich infiziert wurden. Hilfreich können Sie auch sein, um nach einer mit dem Standardtest diagnostizierten Infektion festzustellen, ob die Krankheit überstanden ist. Dazu wird ein spezieller Antkörper-Nachweis geführt, der nur positiv ist, wenn der Patient akut erkrankt ist.

Die Reproduktionszahl oder auch Ansteckungsrate sagt aus, wieviele weitere Menschen ein mit SARS-CoV-2 infizierter Mensch ansteckt. Liegt sie bei 1, kommt auf jeden Infizierten ein neuer Fall. Liegt sie darunter nimmt die Zahl der Corona-positiv getesteten Menschen ab. Ist sie höher, dann breitet sich das Virus immer weiter und schneller aus. Was zunächst einfach klingt, ist mathematisch nicht ganz so einfach. Denn die Basis zum Errechnen der Ansteckungsrate ist die Zahl der täglichen Neuinfektionen. Und die schwank deutlich. Etwa weil weniger getestet wird (etwa übers Wochenende) oder Ergebnisse verspätet gemeldet werden. Das RKI spricht deshalb auch von einer „Schätzung“ der Reproduktionszahl. Im Moment (18.4.2020) liegt sie geschätzt bei 0,7. Was bedeutet, dass die Zahl der Neuinfektionen deutlich sinkt. Das RKI hat bei einer Berechnung möglicher Szenarien für die Entwicklung der Coronakrise einen Wert von 0,67 bereits als deutlich positiv angenommen. Wir wären also auf einem guten Weg. Als kritisch wird ein Wert von 1,3 und höher angesehen, weil die kontinuierliche Zunahme dann im Juni dazu führen würde, dass unsere Krankenhäuser doch noch an ihre Belastungsgrenze stoßen.

Darüber streiten im Moment die Experten. Grundsätzlich gehen viele Virologen und Mediziner davon aus, dass eine überstandene Infektion mit dem Coronavirus auch einen Schutz vor einer erneuten Erkrankung darstellt. Zumindest in den nächsten Jahren. Allerdings gibt es an dieser Theorie auch erheblichen Zweifel. Das Robert-Koch-Institut geht davon aus, dass die Immunität etwa 2 bis 3 Jahre anhalten könnte. Allerdings ist die nur eine Vermutung, die sich auf Untersuchungen mit anderen Coronainfektionen wie SARS und MERS stützen. Ob tatsächlich eine Infektion für eine gewisse Immunität sorgt ist auch in den Augen des deutschen Coronaspezialiste Prof. Christina Drosten von der Berliner Charité ungeklärt und muss weiter erforscht werden. Viele Experten bezweifeln mittlerweile, dass es möglich ist, irgendwann eine sogenannte Herdenimmunität zu erreichen, d.h. nach der Infektion sehr vieler bzw. fast aller Menschen kann sich das Virus nicht weiter ausbreiten, weil zuviele immun sind. Diesen Weg haben zum Beispiel die schwedischen Gesundheitsbehörden eingeschlagen, indem sie einen Lockdown im Frühjahr  abgelehnt haben. Aber auch Schweden verzeichnet nun eine 2. Welle und der Anteil der schweren Verläufe von COVID-19 mit Todesfolge ist deutlich höher als zum Beispiel in Deutschland. Wissenschaftler und Ethiker lehnen das Konzept der Herdenimmunität deshalb als unbrauchbar ab.

Die telefonische Krankschreibung gibt es bei einem Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus seit dem 1. Juni nicht mehr. Sie müssen bei Atemwegsbeschwerden also wieder den Hausarzt aufsuchen, um sich krank schreiben lassen zu können. Bitte informieren Sie den Hausarzt jedoch vor der Visite in der Sprechstunde über Ihren Verdacht und sprechen Sie das weitere Vorgehen mit ihm ab.

Neueste Studien deuten darauf hin, dass die verminderte Existenz von sogenannten T-Helferzellen eine Coronainfektion beschleunigen bzw. ihren Verlauf negativ beeinflussen. Offensichtlich spielen die Zellen bei der natürlichen Bekämpfung von COVID-19 eine entscheidende Rolle. Wissenschaftler haben Anhaltspunkte dafür, dass bei einer früheren Infektion mit anderen Erkältungsviren aus der Familie der Coroanviren, bereits eine wenn auch geringe Immunität erworben wurde. Zumindest zeigen Untersuchungen mit Blutproben, die vor Beginn der Pandemie  entnommen wurden, in diese Richtung. Nach Ansicht des Berliner Virologen Prof. Christian Drosten wäre dies eine Erklärung, für deutlich mildere Karnkheitsverläufe bei einigen Patienten. Er spricht in diesem Zusammenhang auch von einer sogenannten „Hintergrundimmunität“. Eine deutsch-chinesische Studie von Wissenschaftkern der Universität Duisburg Essen und des Wuhan Union Hospital legt nun nahe, dass besonders schwere Krankheitsverläufe mit COVID-19  sich bei Patienten mit wenigen T-Helferzellen nachweisen lassen. Sie haben dazu die Krankheitsverläufe von 40 Patienten in Wuhan ausgewertet. Die sogenannten T-Zellen können in Folge einer Behandlung mit Chemotherapeutika oder immunsupressiven Medikamenten reduziert sein. Theoretisch könnte sich  ein Krankheitsverlauf damit besser  durch eine Blutuntersuchung vorhersagen lassen.  Link zur Studie, die vorab in engl. Sprache im Wissenschaftsmagazin The Lancet veröffentlicht wurde.

Eine am 9. Juni bekannt gewordene aber nur in Auszügen veröffentlichte Studie der Universität Oslo und Kiel deutet darauf hin, dass Menschen mit der Blutgruppe A+ ein deutlich erhöhtes Risiko haben an COVID-19 zu erkranken und einen schweren Krankheitsverlauf zu erleiden. Menschen mit der Blutgruppe 0 sind dagegen deutlich weniger anfällig. Die Studie hat das Erbgut von COVID-19-Patienten aus Italien und Spanien ausgewertet und die Auffälligkeit gefunden. Auch eine chinesische Studie legte bereits den Verdacht nahe, dass die Blutgruppe einen maßgeblichen Einfluss auf den Krankheitsverlauf nehmen kann. Welche Konsequenzen aus diesen Studien gezogen werden können, wird unter den Wissenschaftlern derzeit noch diskutiert.

Das Robert Koch-Institut hat am 21. Oktober erklärt, dass die Blutgruppe einen Einfluss auf das Infektionsrisiko haben kann, die vorliegenden Studien jedoch kein einheitliches Ergebnis zeigen, Auch besteht keine gesicherte Meinung darüber, welche Faktoren im Einzelnen dazu beitragen können und welche Rolle ie Blutgruppe bei einer Infektion möglicherweise spielt.

Neueste Studien deuten darauf hin, dass die verminderte Existenz von sogenannten T-Helferzellen eine Coronainfektion beschleunigen bzw. ihren Verlauf negativ beeinflussen. Offensichtlich spielen die Zellen bei der natürlichen Bekämpfung von COVID-19 eine entscheidende Rolle. Wissenschaftler haben Anhaltspunkte dafür, dass bei einer früheren Infektion mit anderen Erkältungsviren aus der Familie der Coroanviren, bereits eine wenn auch geringe Immunität erworben wurde. Zumindest zeigen Untersuchungen mit Blutproben, die vor Beginn der Pandemie  entnommen wurden, in diese Richtung. Nach Ansicht des Berliner Virologen Prof. Christian Drosten wäre dies eine Erklärung, für deutlich mildere Karnkheitsverläufe bei einigen Patienten. Er spricht in diesem Zusammenhang auch von einer sogenannten „Hintergrundimmunität“. Eine deutsch-chinesische Studie von Wissenschaftkern der Universität Duisburg Essen und des Wuhan Union Hospital legt nun nahe, dass besonders schwere Krankheitsverläufe mit COVID-19  sich bei Patienten mit wenigen T-Helferzellen nachweisen lassen. Sie haben dazu die Krankheitsverläufe von 40 Patienten in Wuhan ausgewertet. Die sogenannten T-Zellen können in Folge einer Behandlung mit Chemotherapeutika oder immunsupressiven Medikamenten reduziert sein. Theoretisch könnte sich  ein Krankheitsverlauf damit besser  durch eine Blutuntersuchung vorhersagen lassen.  Link zur Studie, die vorab in engl. Sprache im Wissenschaftsmagazin The Lancet veröffentlicht wurde.

Eine am 9. Juni bekannt gewordene aber nur in Auszügen veröffentlichte Studie der Universität Oslo und Kiel deutet darauf hin, dass Menschen mit der Blutgruppe A+ ein deutlich erhöhtes Risiko haben an COVID-19 zu erkranken und einen schweren Krankheitsverlauf zu erleiden. Menschen mit der Blutgruppe 0 sind dagegen deutlich weniger anfällig. Die Studie hat das Erbgut von COVID-19-Patienten aus Italien und Spanien ausgewertet und die Auffälligkeit gefunden. Auch eine chinesische Studie legte bereits den Verdacht nahe, dass die Blutgruppe einen maßgeblichen Einfluss auf den Krankheitsverlauf nehmen kann. Welche Konsequenzen aus diesen Studien gezogen werden können, wird unter den Wissenschaftlern derzeit noch diskutiert.

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