Häufige Fragen rund um die Corona-Impfung

Rund ums Impfen türmen sich immer mehr Fragen auf. Wer wird wann mit welchem Impfstoff wo geimpft? Warum werden einige Personengruppen früher als andere geimpft? Was sind die rechtlichen Grundlagen und wer regelt eigentlich was? Die Bundesregierung und die Bayerische Staatregierung bieten auf den einschlägigen Portalen umfassende Informationen rund um Corona und die Corona-Impfung. Dies sind zum Beispiel folgende Internetangebote:

Bundesregierung
Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit

Bitte nutzen Sie auch diese Angebote um sich umfassend über die Corona-Impfung zu informieren. Auch die hier eingestellten Informationen greifen u.a. auf diese Quellen zurück. Wir wollen Sie hier jedoch über die regionale Umsetzung der Impfkampagne auf dem Laufenden halten, zum Beispiel auch darüber wie der Ablauf im Impfzentrum funktioniert und welche Unterlagen Sie bitte mit zu Ihrem Impftermin bringen.

Fragen zur Priorisierung

Von Anfang an war erkennbar, dass gegen das neue Coronavirus in der Anfangsphase nicht in ausreichender Zahl Impfdosen zur Verfügung stehen würden. Die Bundesregierung rechnet erst Ende des Sommers 2021 damit, dass alle BürgerInnen ein Impfangebot erhalten können. Die Frage wer zuerst geimpft werden soll, braucht eine ethische und medizinische Antwort, die am Ende auch juristisch tragfähig sein muss, d.h. in einer klaren und nachvollziehbaren rechtlichen Regelung (Gesetz, Verordnung). Deshalb haben die Ständige Impfkommission (STIKO), der Deutsche Ethikrat und die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina ein gemeinsames Grundsatzpapier erarbeitet, um wesentliche Eckpunkte der deutschen Corona- Impfstrategie festzulegen. Dieses Papier gilt bis heute als Leitfaden für alle weiteren Entscheidungen im Zusammenhang mit der Priorisierung einzelner Personengruppen. Es hat im Wesentlichen zwei Kriterien bei der Festlegung des bevorzugten Personenkreis herausgearbeitet:
1. Verwundbarkeit (Vulnerabilität): Je höher die Wahrscheinlichkeit ist, dass eine Person schwer oder sogar lebensbedrohlich an COVID-19 erkranken würde, desto früher wird sie geimpft. Dies trifft in einem überragenden Maße vor allem auf die Gruppe der über 70-Jährigen zu. 89% der Corona-Opfer waren älter als 70 Jahre.

  1. Kontaktdichte (Exposition): Je größer die Wahrscheinlichkeit ist, dass eine Person sich während ihrer Arbeit mit dem Coronavirus ansteckt oder andere Personen mit hoher Verwundbarkeit anstecken könnte, desto früher wird sie geimpft. Dies trifft vor allem auf Pflegepersonal in Kliniken zu, die auf COVID-Stationen arbeiten, aber auch auf das Personal in Senioren- und Pflegeheimen.

Auf Grundlage dieser beiden Kriterien und ihrer Kombination hat die STIKO ihre Impfempfehlungen erarbeitet, die wiederum als Basis für die Corona-Impfverordnung  des Bundesgesundheitsministeriums dienen.

Es gibt derzeit 3 Priorisierungsstufen:

  • Personen mit höchster Priorität
  • Personen mit erhöhter Priorität
  • Personen mit hoher Priorität.

Dabei wurde explizit auch festgelegt, dass aufgrund der besonderen Anforderungen der Pandemie innerhalb der gebildeten Priorisierungsgruppen auch nach medizinisch-technischen Gründen entschieden werden kann, wer als erstes geimpft wird. Prinzipiell sind aber innerhalb einer Priorisierungsstufe alle Personen gleichberechtigt, eine Impfung zu erhalten. So hat man zu Beginn der Impfkampagne zunächst alle BewohnerInnen von Senioren- und Pflegeheimen geimpft, da hier die Koordination auch ohne Impfsoftware möglich war. Andernfalls hätte man mit dem Impfstart warten müssen. Am 11. März 2021 wurde die Corona-Impfverordnung überarbeitet.  Danach ist eine Abweichung von der Priorisierung in hochbelasteten Grenzgebieten und Hochinzidenzgebieten (7-Tage-Inzidenz >200) nunmehr zulässig. Der Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung wurde stark ausgedehnt.

Die Priorisierung ist in der Corona-Impfverordnung festgelegt. Diese wird bei Bedarf aktualisiert, zuletzt am 11.03.2021 mit der Einführung des neuen Impfstoffs von AstraZeneca. Gleichzeitig wurden Personen mit schweren chronischen Erkrankungen höher priorisiert. Die Verordnung wird von Bundesgesundheitsminister Spahn auf Basis des SGB V und des Infektionsschutzgesetzes erlassen. Derzeit rechnen Experten damit, dass die Corona-Impfverordnung erneut geändert wird, sodass auch LehrerInnen und BetreuerInnen in Kindertagesstätten ein Impfangebot mit dem Impfstoff von AstraZeneca erhalten können. Das Robert-Koch-Institut hat die geltende Impfempfehlung graphisch aufbereitet.

Während die Zugehörigkeit zu einer Altersgruppe sehr einfach festgestellt werden kann, ist das Expositionsrisiko individuell nur schwer zu beurteilen. Es gibt nicht ausreichend wissenschaftlich belegte Untersuchungen, die das Expositionsrisiko für alle Berufsgruppen untersuchen. Letztlich treffen deshalb im Moment die jeweiligen Arbeitgeber und gegebenenfalls die BetriebsärztInnen die Entscheidung, ob Sie ein hohes Expositionsrisiko haben. Die Arbeit in einer medizinisch-pflegerischen Einrichtung (Klinikum, Arztpraxis, Rettungsdienst, Pflegedienste, etc.) alleine entscheidet nicht über das Expositionsrisiko.

Ein besonders hohes Risiko sich mit SARS-CoV-2 anzustecken haben Sie, wenn sie in der unmittelbaren Betreuung von COVID-19-PatientInnen eingesetzt werden oder einem hohen Risiko ausgesetzt sind mit infizierten Personen nahen Kontakt zu haben (geringer Abstand, längere Kontaktdauer) oder eine stark aerosolgenerierende Tätigkeit ausführen (Bronchoskopie, In- oder Extubation, Laryngoskopie).

Ein hohes Expositionsrisiko besteht etwa bei der Arbeit auf einer Infektstation, bei der Arbeit in einer hausärztlichen oder pädiatrischen Praxis, KV-Notdienst; Transport von NotfallpatientInnen; HNO-, Augen-, Zahn-Klinik oder -Praxis (enge Kontakte, dokumentierte Infektionsfälle bei med. Personal); Personal in Abstrichzentren; med. Personal des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) mit Patientenkontakt.

  • Über 80-Jährige.
  • Personen, die in stationären und teilstationären Einrichtungen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege älterer oder pflegebedürftiger Menschen behandelt, betreut oder gepflegt werden oder tätig sind.
  • Pflegekräfte in ambulanten Pflegediensten sowie Personen, die im Rahmen der ambulanten Pflege begutachten und prüfen.
  • Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit einem sehr hohen Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus tätig sind, insbesondere auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, in Rettungsdiensten, in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung, in den Impfzentren und in Bereichen, in denen für eine Infektion mit dem Coronavirus relevante aerosolgenerierende Tätigkeiten durchgeführt werden (wie z.B. Bronchoskopie).
  • Personen, die in medizinischen Einrichtungen regelmäßig Personen behandeln, betreuen oder pflegen, bei denen ein sehr hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus besteht – insbesondere in der Onkologie oder Transplantationsmedizin.
  • Über 70-Jährige.
  • Personen mit Trisomie 21.
  • Personen nach einer Organtransplantation.
  • Personen mit einer Demenz oder mit einer geistigen Behinderung oder mit schwerer psychiatrischer Erkrankung (bipolare Störung, Schizophrenie, schwere Depression)
  • Personen mit malignen hämatologischen Erkrankungen oder behandlungsbedürftigen soliden Tumorerkrankungen, die nicht in Remission sind oder deren Remissionsdauer weniger als fünf Jahre beträgt.
  • Personen mit schweren chronischen Lungenerkrankungen (z.B. interstitielle Lungenerkrankung, COPD, Mukoviszidose), Diabetes mellitus (mit HbA1c ≥ 58 mmol/mol oder ≥ 7,5%), Leberzirrhose oder einer anderen chronischen Lebererkrankung, chronischer Nierenerkrankung oder Adipositas (mit BMI über 40).
  • Personen, bei denen nach individueller ärztlicher Beurteilung aufgrund besonderer Umstände im Einzelfall ein sehr hohes oder hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus besteht.
  • Bis zu zwei enge Kontaktpersonen von pflegebedürftigen Personen, die nicht ein einer Einrichtung leben, die über 70 Jahre alt sind, nach Organtransplantation oder die eine der vorgenannten Erkrankungen oder Behinderung haben.
  • Bis zu zwei enge Kontaktpersonen von Schwangeren (Die Kontaktpersonen werden von der Person bzw. der Schwangeren selbst oder von einer sie vertretenden Person bestimmt).
  • Personen, die in stationären oder teilstationären Einrichtungen für geistig oder psychisch behinderte Menschen tätig sind oder im Rahmen ambulanter Pflegedienste regelmäßig geistig oder psychisch behinderte Menschen behandeln, betreuen oder pflegen.
  • Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit einem hohen oder erhöhten Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus tätig sind, insbesondere Ärztinnen und Ärzte und Personal mit regelmäßigem Patientenkontakt, Personal der Blut- und Plasmaspendedienste und in Corona-Testzentren.
  • Polizei- und Ordnungskräfte, die im Dienst, etwa bei Demonstrationen, einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Erfasst sind auch Soldatinnen und Soldaten, die bei Einsätzen im Ausland einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind.
  • Personen im öffentlichen Gesundheitsdienst und in besonders relevanten Positionen zur Aufrechterhaltung der Krankenhausinfrastruktur.
  • Personen, die insbesondere in Flüchtlings- und Obdachloseneinrichtungen untergebracht oder tätig sind.
  • Personen, die im Rahmen der nach Landesrecht anerkannten Angebote zur Unterstützung im Alltag im Sinne des § 45a des Elften Buches Sozialgesetzbuch regelmäßig bei älteren oder pflegebedürftigen Menschen tätig sind.
  • Über 60-Jährige.
  • Personen insbesondere mit folgenden Erkrankungen: behandlungsfreie in Remission befindliche Krebserkrankungen (Remissionsdauer mind. 5 Jahre), Immundefizienz oder HIV-Infektion, Autoimmunerkrankungen, rheumatologische Erkrankungen, Herzinsuffizienz, Arrhythmie, Schlaganfall, Asthma, chronisch entzündliche Darmerkrankung, Diabetes mellitus (mit HbA1c < 58 mmol/mol oder < 7,5%), Adipositas (BMI über 30).
  • Personen, bei denen nach individueller ärztlicher Beurteilung aufgrund besonderer Umstände im Einzelfall ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus besteht.
  • Bis zu zwei enge Kontaktpersonen von pflegebedürftigen Personen, die nicht ein einer Einrichtung leben, die über 60 Jahre alt sind und eine der vorgenannten Erkrankungen haben.
  • Personen, die Mitglieder von Verfassungsorganen sind oder in besonders relevanter Position in den Verfassungsorganen, in den Regierungen und Verwaltungen, bei der Bundeswehr, bei der Polizei, beim Zoll, bei der Feuerwehr, beim Katastrophenschutz einschließlich des Technischen Hilfswerks, in der Justiz und Rechtspflege, in den Auslandsvertretungen der Bundesrepublik Deutschland oder bei Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit mit Sitz in der Bundesrepublik Deutschland tätig sind.
  • Personen, die in besonders relevanter Position in Einrichtungen und Unternehmen der Kritischen Infrastruktur tätig sind, insbesondere im Apothekenwesen, in der Pharmawirtschaft, im Bestattungswesen, in der Ernährungswirtschaft, in der Wasser- und Energieversorgung, in der Abwasserentsorgung und Abfallwirtschaft, im Transport- und Verkehrswesen sowie in der Informationstechnik und im Telekommunikationswesen.
  • Beschäftigte, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit niedrigen Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus tätig sind, insbesondere in Laboren und Personal, das keine Patientinnen oder Patienten betreut.
  • Personen, die im Lebensmitteleinzelhandel tätig sind.
  • Personen, die in Kinderbetreuungseinrichtungen, in der Kindertagespflege, in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und als Lehrkräfte tätig sind.
  • Personen, mit prekären Arbeits- oder Lebensbedingungen.

Zu den besonders vulnerablen Personengruppen zählen Personen, die ein sehr hohes Risiko haben schwer oder lebensgefährlich an COVID-19 zu erkranken. Dazu gehören neben allen BürgerInnen, die älter als 80 Jahre alt sind insbesondere auch Personen, die in Senioren- oder Pflegeinrichtungen leben, Personen die zum Beispiel während einer Krebstherapie oder einer Organspende immunsupprimierende Medikamente erhalten.  Wer diese Personen betreut, etwa als Mitarbeitender in Einrichtungen der Altenpflege; Einrichtungen die schwer immunsupprimierte/onkologische/transplantierte PatientInnen betreuen; Palliativmedizin; mobile Impfteams, gehört zur Priorisierungsstufe 1.

Neben dem Alter entscheidet auch die berufliche Tätigkeit maßgeblich über die Impfpriorisierung. Deshalb werden auch deutlich jüngere Personen derzeit bereits geimpft. Der Impfstoff von AstraZeneca wurde  bis zur Zulassung auch für Personen über 65 Jahren nur an Personen abgegeben, die jünger als 65 Jahre alt sind. Deshalb ist der Anteil der Geimpften im Landkreis in Abhängigkeit vom gelieferten Impfstoff zu betrachten.

Sie haben die Möglichkeit bei Ihrer Registrierung in der staatlichen bayerischen Impfsoftware unter https://impfzentren.bayern/citizen/ Angaben über Ihre Priorisierung zu machen. Neben Ihrem Geburtsdatum zählen dazu vor allem Angaben über Ihre berufliche Tätigkeit, etwa wenn Sie ein besonders hohes Expositionsrisiko an Ihrem Arbeitsplatz haben oder in der Betreuung besonders vulnerabler Personengruppen eingesetzt werden. Sie werden auch höher priorisiert, wenn Sie unter chronischen Erkrankungen wie etwa einer chronischen Nieren- oder Lebererkrankung leiden. Beantworten Sie die entsprechenden Fragen wahrheitsgemäß

 

Bei der Registrierung werden Ihre Angaben nicht geprüft. Sie müssen die entsprechenden Fragen im Fragebogen nur wahrheitsgemäß beantworten. Erst bei der Anmeldung im Impfzentrum, unmittelbar vor der Impfung müssen Sie geeignete Unterlagen den MitarbeiterInnen zur Einsichtnahme vorlegen.

Um Ihre Priorisierung nachweisen zu können, bringen Sie bitte eine Bestätigung Ihres Arbeitgebers mit, die neben Ihrer Tätigkeit in einer medizinisch-pflegerischen Einrichtung oder Betreuung besonders vulnerabler Personengruppen auch Auskunft über Ihr Expositionsrisiko  gibt. Das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen plant die Herausgabe eines einheitlichen Vordruckes für alle Arbeitgeber im Landkreis. Wenn Sie unter einer chronischen Erkrankung leiden, die eine höhere Priorisierung rechtfertigt, dann bringen Sie bitte entsprechende Unterlagen mit (Dialyseplan, Attest des Arztes)

Zusätzlich bitten wir Sie um die Vorlage folgender Dokumente:

  • Personalausweis, Reisepass oder Aufenthaltstitel
  • Einladungsschreiben
  • Anamnese- und Einwilligungsbogen, liegt dem Einladungsschreiben bei,
    möglichst unterschrieben zum Impftermin mitbringen.
  • Aufklärungsmerkblatt des RKI, liegt dem Einladungsschreiben bei, möglichst unterschrieben zum Impftermin mitbringen.
  • Impfbuch (falls vorhanden)
  • Allergiepass (falls vorhanden)

Wenn Zweifel an Ihrer Priorisierung bestehen, werden Sie möglicherweise nicht geimpft und gebeten, geeignete Unterlagen bei einem Ersatztermin vorzulegen. Wenn Sie sich unsicher sind, ob Ihre Unterlagen ausreichen bzw. den Vorgaben entsprechen, dann können Sie dies auch im Vorfeld unter 08821/751-900 mit einem Mitarbeitenden im Call-Center des Impfzentrums klären.

 

Die Corona-Impfverordnung sieht keine Strafen bei Verstößen gegen die Priorisierung vor. Allerdings fordern Patientenverbände und Politiker die Einführung entsprechender Strafen.

Die Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO)  sieht nun auch eine individuelle Priorisierung vor, wenn dafür entsprechende Gründe vorliegen. Wörtlich heißt es: Bei der Priorisierung innerhalb der COVID-19-Impfempfehlung der STIKO können nicht alle Krankheitsbilder oder Impfindikationen explizit genannt werden. Es obliegt daher den für die Priorisierung in den Bundesländern Verantwortlichen, in Einzelfällen Personen, die nicht ausdrücklich im Stufenplan genannt sind, angemessen zu priorisieren. Dies betrifft z. B. Personen mit seltenen, schweren Vorerkrankungen oder auch schweren Behinderungen, für die bisher zwar keine ausreichende wissenschaftliche Evidenz bzgl. des Verlaufes einer COVID-19-Erkrankung vorliegt, für die aber ein deutlich erhöhtes Risiko angenommen werden muss. Dies trifft auch für Personen zu, die zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr oder nicht mehr gleich wirksam geimpft werden können (z. B. bei unmittelbar bevorstehender Chemotherapie). Darüber hinaus sind Einzelfallentscheidungen möglich, wenn berufliche Tätigkeiten bzw. Lebensumstände mit einem nachvollziehbaren, unvermeidbar sehr hohen Infektionsrisiko einhergehen. Diese Öffnungsklausel darf nicht missbraucht werden, um ungerechtfertigterweise eine Impfung durchzuführen und somit stärker gefährdeten Personen die Impfung vorzuenthalten.“

Wie diese Regelung im Einzelfall in Bayern umgesetzt werden kann, entscheidet zukünftig die Bayerische Impfkommission.

Eine neue Bayerische Impfkommission soll in Kürze am Klinikum der Universität München (LMU) angesiedelt werden. Dort sind die notwendigen Fachdisziplinen auf höchstem wissenschaftlichen Niveau angesiedelt, um gegebenenfalls die medizinisch-fachlich schwierigen Impfentscheidungen zu fällen.

Die Bayerische Impfkommission soll – wie in der neuen Coronavirus-Impfverordnung (CoronaImpfV) des Bundesgesundheitsministeriums vorgesehen – sachgerechte und medizinisch fundierte Einzelfallentscheidungen zur Impf-Priorisierung treffen. Bürgerinnen und Bürger, die der Ansicht sind, ihre Erkrankung sei in der Verordnung nicht angemessen abgebildet, können hierzu einen Antrag stellen.

Damit wird eine Lücke bei der Impf-Priorisierung geschlossen. Die Coronavirus-Impfverordnung benennt zwar zahlreiche Krankheitsbilder, die zu einer Impfung in der jeweiligen Priorisierungsstufe berechtigen, jedoch ist die Aufzählung  nicht abschließend. Da auch weitere, teilweise seltene Krankheiten ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf bei einer COVID-19-Erkrankung bergen, bedarf es im Einzelfall einer konkreten ärztlichen Prüfung. Die Bayerische Impfkommission wird dann für bisher nicht priorisierte Berechtigte ein ärztliches Attest erstellen, mit dem sie sich zur Impfung anmelden können.

Fragen zu den Impfstoffen

Im Landkreis werden alle drei derzeit zugelassenen Impfstoffe von BionTech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca verwendet.

Nein. Eine Wahlmöglichkeit gibt es nicht. Alle Impfstoffe wurden in einem ordnungsgemäßen Verfahren geprüft und zugelassen und sind deshalb geeignet, zuverlässig gegen eine COVID-19-Erkrankung zu schützen. Im Moment ist es entscheidend, schnell möglichst viele Menschen zu impfen – beginnend bei denen mit dem höchsten Risiko schwer oder sogar lebensgefährlich an COVID-19 zu erkranken. Der Impfstoff wird nach der Lieferung schnellstmöglich jeweils an die Personengruppe verimpft, für die er zugelassen ist. Da der Impfstoff von AstraZeneca in Deutschland von der Ständigen Impfkommission nicht für Personen über 65 Jahren empfohlen wird, wird dieser Impfstoff insbesondere an Personen der 1. und 2. Priorisierungsstufe abgegeben, die berufsbedingt ein hohes oder sehr hohes Expositionsrisiko haben. Zum Beispiel Mitarbeitende im Rettungsdienst, medizinisches Personal oder Pflegepersonal.

Es gibt zahlreiche Informationsmöglichkeiten über die einzelnen Impfstoffe, ihre Zusammensetzung, Wirkung und Nebenwirkungen, zum Beispiel auch hier auf coronagap.de.
Dort finden Sie auch weiterführende Links, zum Beispiel zu den Angeboten der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA), die für die Zulassung der Impfstoffe zuständig ist, oder den Internetseiten des Paul-Ehrlich-Institutes und des Robert-Koch-Institutes sowie zu den Herstellern der jeweiligen Impfstoffe. 

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat am 20.02.2020 erklärt, dass eine 3. Impfung zum Beispiel mit einem mRNA-Impfstoff nach einer Erst- und Zweitimpfung mit dem Vektorimpfstoff von AstraZeneca „problemlos möglich“ sein soll. Möglicherweise sind weitere Impfungen in absehbarer Zeit auch für breitere Bevölkerungsschichten, ähnlich wie bei der Grippeimpfung, notwendig. Eine Drittimpfung kann jedoch erst dann erfolgen, wenn Impfstoff für jedermann verfügbar ist. Eine Impfung kann nur mit zeitlichem Abstand zu anderen Impfungen stattfinden. Der Impfstoff von AstraZeneca kann frühestens 14 Tage nach der letzten Impfung verabreicht werden.

 

Dazu laufen derzeit zahlreiche Untersuchungen. Nach bisherigen Informationen scheinen alle drei Impfstoffe auch gegen die britische Variante des Coronavirus B.1.1.7. wirksam zu sein, die derzeit in Deutschland  auf dem Vormarsch ist und bereits für etwa 25% aller Neuinfektionen verantwortlich ist.

Einen schwächeren oder eingeschränkten Schutz bieten die Impfstoffe von BionTech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca nach jüngsten Studien gegen die südafrikanische Variante B.1.351 (siehe https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMc2102017?query=featured_home und https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2021.02.10.21251247v1.full.pdf und https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2021.01.25.427948v1). Alle Hersteller arbeiten deshalb derzeit an neuen Impfstoffen, die auch gegen die südafrikanische Variante und mögliche weitere Mutationen wirksam sind. Technisch ist dies nach Expertenansicht gerade bei den mRNA-Impfstoffen schnell möglich (etwa 6 Wochen). Unklar ist jedoch, wieviel Zeit die Erprobung und die Zulassung in Anspruch nehmen. Überlegt wird u.a., wie die jeweils modifizierten Impfstoffe möglicherweise schneller zugelassen werden könnten. Es gilt als möglich, dass ähnlich wie bei der Grippe-Impfung auch die Coronaimpfung regelmäßig wiederholt werden muss.

Alle verfügbaren Impfstoffe stehen derzeit nicht für Kinder zur Verfügung, da Sie keine Zulassung für diese Altersgruppe haben. Derzeit wird an entsprechenden Studien gearbeitet. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, deshalb kann etwa die Impfdosis nicht durch einfache Reduzierung etwa im Verhältnis zum Körpergewicht angepasst werden. Das Immunsystem von Babys und Kindern unterscheidet sich von dem älterer Menschen.

Fragen zur Impfung

Viele Ehe- und Lebenspartner wollen sich gerne gemeinsam impfen lassen, zum Beispiel weil sie auf gegenseitige Hilfe angewiesen sind oder der Weg ins Impfzentrum eine besondere Herausforderung darstellt. Die Impfsoftware des bayerischen Gesundheitsministeriums sieht keine Möglichkeit vor, dass gemeinschaftliche Impftermine vergeben werden. Jede registrierte Person erhält ein Impfangebot entsprechend ihrer Priorisierung. Allerdings werden die Impftermine über das Call-Center des Impfzentrums vergeben und koordiniert. Es besteht deshalb die Möglichkeit, dass jemand mit höherer Priorisierung seine Impfung zurückstellt, bis auch der Partner an der Reihe ist. Also etwa der ältere wartet, bis auch der jüngere ein Impfangebot erhält.

In einigen Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern laufen bereits erste Pilotprojekte. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (https://www.kbv.de/html/1150_50581.php) forderte eine schnellstmögliche, flächendeckende Impfung unter Einbeziehung der niedergelassenen Ärzte. Mit der Auslieferung von deutlich mehr Impfstoff in den kommenden Wochen rechnen die Ärztevertreter mit Engpässen bei der Impfung. Voraussetzung für eine Impfung beim Hausarzt ist jedoch die Einhaltung der Priorisierung und die tägliche Meldung der Impfzahlen an das Robert-Koch-Institut. Zudem fordern die Ärzte eine Vergütungsregelung für die Impfung und die damit verbundene Aufklärung. Bis alle Detailfragen geklärt sind, können noch einige Wochen vergehen. Die Bundesregierung hat jedoch angekündigt, dass die Hausärzte (und andere nedergelassene Ärzte) ab Anfang April in die nationale Impfkampagne mit einbezogen werden. Sobald die Details feststehen, finden Sie hier die entsprechenden Informationen.

Die Impftermine werden von der staatlichen Impfsoftware entsprechend der persönlichen Priorisierung einer Person vergeben. Dieser Termin ist nicht auf Dritte übertragbar. Nimmt jemand seinen Impftermin nicht wahr, wird er automatisch von der Software an weitere, priorisierte Personen vergeben.

Alle Impftermine finden im Moment im Impfzentrum des Landkreises vor dem Alpspitzwellenbad in Garmisch-Partenkirchen statt. Zusätzlich impfen mobile Teams in Einrichtungen wie Senioren- und Pflegheimen. In den beiden großen Klinken im Landkreis wird das priorisierte Personal in Eigenregie geimpft. Der Landkreis plant mit der deutlichen Erhöhung der Impfstofflieferungen nun weitere Außenstellen des Impfzentrums. Möglicherweise soll auch im Kultur- und Tagungszentrum in Murnau an mehreren Tagen in der Woche geimpft werden. Geprüft werden derzeit auch die Möglichkeiten für den Einsatz von Impfbussen, zum Beispiel im Isar- und Ammertal.

Alle Impftermine werden ausschließlich über die bayerische Impfsoftware vergeben, bis ausreichend Impfstoff für ein breites Impfangebot an die ganze Bevölkerung zur Verfügung steht. Sie können sich jederzeit unabhängig von Ihrer Priorisierung in der Software registrieren. Melden Sie sich dazu im bayerischen Impfportal unter https://impfzentren.bayern/citizen/ an. Wenn Sie sich über das Internet registrieren haben Sie die Möglichkeit eine E-Mailadresse oder eine Mobilfunknummer zu hinterlegen, über die iSe bei der Vergabe eines Impftermines kontaktiert werden. Sie können sich jedoch auch über das Call-Center des Impfzentrums unter der Rufnummer 08821/751-900 anmelden. Das Call-Center erreichen Sie auch über die zentrale Rufnummer der Kassenärztlichen Vereinigung 116 117.  Bei einer telefonischen Anmeldung werden Sie bei der Vergabe eines Impftermines angerufen.

Wenn Sie sich online registriert haben, dann können Sie sich mit Ihren Anmeldedaten jederzeit im Impfportal unter https://impfzentren.bayern/citizen/ erneut anmelden und den aktuellen Status Ihrer Impfregistrierung einsehen. Wenn Sie sich richtig registriert haben, sollten Sie eine entsprechende Mitteilung von der Absenderadresse noreply@impfzentren.bayern erhalten haben. Bei einer telefonischen Anmeldung über das Call-Center haben Sie diese Möglichkeit nicht. Sie müssen erneut unter 08821/751-900 anrufen, um zu erfahren wie Ihr aktueller Impfstatus ist. Sie erhalten keine Nachricht vom Impfzentrum, solange die Impfsoftware Ihnen nicht entsprechend Ihrer Priorisierung einen Impftermin zuteilt. Wenn Sie zur Priorisierungsstufe 2 oder 3 gehören, kann sich dies noch einige Wochen hinziehen.

Deutschland und der Landkreis Garmisch-Partenkirchen erwarten in den nächsten Wochen deutlich erhöhte Impfstofflieferungen. Allerdings beruhen die Meldungen immer auf sogenannten Forecasts der Hersteller. Ein Impftermin wird mit Ihnen jedoch erst dann vereinbart, wenn beide Impfdosen für Ihre Impfung tatsächlich verfügbar sind. Deshalb ist eine exakte Vorhersage derzeit nicht möglich. Sollten die Impfstoffe entsprechend der Vorankündigungen geliefert werden, erwarten wir für den Landkreis folgende voraussichtlichen Termine für den Impfstart:

Priorisierungsstufe 1: Seit 27.12.2020
Priorisierungsstufe 2: Ab Mitte März, seit 08.02. mit Impfstoff der Fa. Astra-Zeneca für Personen, die jünger als 65 Jahre sind.
Priorisierungsstufe 3: Ab Anfang Mai.

Die Bunderegierung rechnet mit einem allgemeinen Impfangebot an die Bevölkerung ab dem Spätsommer/Herbst 2021. Dieses Angebot gibt es erst, wenn ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht.

Wichtig: Es gibt keinen Impfzwang

Wenn Sie kurzfristig, zum Beispiel wegen einer Erkrankung oder eines Notfalls verhindert sind, sagen Sie Ihren Impftermin bitte telefonisch im Impfzentrum unter 08821/751-900 oder per E-Mail an impfzentrum@lra-gap.de ab. Der für Sie bestimmte Impfstoff muss innerhalb vorgegebener Zeiten verimpft werden. Um einen möglichen Verfall zu vermeiden, wird bei einer längerfristigen Verhinderung, die für Sie reservierte Dosis an jemand anderen vergeben. Sie können einen neuen Impftermin vereinbaren. Sagen Sie Ihren Impftermin ab, weil Sie mit dem für Sie vorgesehenen Impfstoff nicht einverstanden sind, erhalten Sie kein neues Impfangebot.

Fragen zur Impfung im Landkreis

Im Impfzentrum in Garmisch-Partenkirchen werden derzeit gleichzeitig bis zu 4 Personen geimpft. Bis zu 20 Personen halten sich gleichzeitig im Bereich für die Nachbeobachtung aus. Deshalb gelten im Impfzentrum strikte Hygienevorschriften. Deshalb gilt:

  • Bitte halten Sie immer einen Mindestabstand von 1,5m zu anderen Besuchern im Impfzentrum ein. Unterstützen Sie unser Personal, indem Sie selbständig auf den Abstand achten.
  • Die Räume werden regelmäßig umfassend gelüftet. Bitte tragen Sie gegebenenfalls Kleidung, die sie je nach Witterungsbedingungen auch ausreichend gegen Kälte schützt.
  • Im Impfzentrum gilt eine Tragepflicht für FFP2-Masken oder vergleichbare Masken (KN95, N95).
  • Bitte desinfizieren Sie sich vor dem Betreten des Impfzentrums die Hände gründlich mit den bereitgestellten Desinfektionsmitteln.
  • Im Impfzentrum gilt eine Einbahnstraßenregelung. Wenn Sie das Impfzentrum zwischenzeitlich verlassen, nutzen Sie bitte immer den gekennzeichneten Ausgang.
  • Bitte sagen Sie Ihren Impftermin möglichst rechtzeitig ab, wenn Sie Symptome einer Coronainfektion bei sich feststellen (Husten, Fieber, Verlust von Geruchs- oder Geschmackssinn, etc.). Beim Betreten des Impfzentrums messen unsere MitarbeiterInnen bei Ihnen Fieber.

Sie können uns unterstützen, wenn Sie Ihren Impftermin möglichst exakt einhalten, also weder zu früh noch zu spät kommen. Es bilden sich am Einlass immer wieder Schlangen, weil Impflinge viel zu früh zu ihrem Impftermin erscheinen.

Wir veröffentlichen unter www.coronagap.de/impfen die tagesaktuellen Zahlen über die im Landkreis Garmisch-Partenkirchen erfolgten Impfungen. Derzeit werden im Landkreis Personen der Priorisierungsstufe 1 geimpft sowie Personen unter 65 Jahren mit AstraZeneca, , die einem sehr hohen oder hohen Expositionsrisiko ausgesetzt sind.

Derzeit gibt es nur das Impfzentrum in Garmisch-Partenkirchen am Alpspitzwellenbad. Da jedoch in den kommenden Wochen deutlich mehr Impfstoff erwartet wird, werden auch die Kapazitäten entsprechend ausgeweitet. Der Bedarf für das Loisachtal ist mit dem Impfzentrum gedeckt. Deshalb sollen Außenstellen zunächst in Murnau und später auch im Isar- und Loisachtal entstehen. Zusätzlich sollen ab Anfang April auch die Hausärzte im Landkreis die Impfkamapgne unterstützen.

Wenn möglich, sollten Sie sich von Angehörigen oder Nachbarn ins Impfzentrum fahren lassen, wenn Ihnen selbst eine Fahrt nicht möglich ist. Bisher gibt es zur Kostenübernahme der Fahrtkosten bei der Fahrt mit dem Taxi oder einem Fahrdienst ins Impfzentrum keine bundesweit einheitliche und verlässliche Regelung. Für Pflegebedürftige in hohen Pflegegraden oder mobilitätseingeschränkte Menschen ist eine Übernahme der Fahrkosten durch die Krankenkasse nach § 60 Absatz 1 SGB V grundsätzlich denkbar.  Dies gilt zum Beispiel für Personen

  • mit einem Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen „aG“, „Bl“ oder „H“,
  • mit einer Einstufung in den Pflegegrad 3, wenn zusätzlich eine dauerhafte Beeinträchtigung der Mobilität besteht,
  • mit einer Einstufung in den Pflegegrad 4 oder 5 oder
  • die im Jahr 2017 aus der Pflegestufe 2 mindestens in den Pflegegrad 3 übergeleitet wurden.

Für die Übernahme der Kosten füllt der Arzt ein entsprechendes Verordnungsformular aus. Eine Genehmigung durch die Krankenkasse ist nicht erforderlich. Allerdings müssen Sie die Fahrt auf der Verordnung quittieren und es kann eine Zuzahlung von bis zu zehn Euro fällig werden. Und: Sie sollten im Zweifelsfalle im Vorfeld Ihre Krankenkasse kontaktieren, wenn Sie sich unsicher sind, ob Ihre Kasse die Kosten wirklich übernimmt. Zwar hat der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen einen entsprechenden Beschluss gefasst, aber nicht alle Kassen haben ihn bisher umgesetzt.

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